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Exklusiv: Wie Flughafen BER bei einem Brand zur tödlichen Falle wird

Exklusiv: Wie Flughafen BER bei einem Brand zur tödlichen Falle wird
Mehr als Kabelsalat
Die von RT Deutsch in der vergangenen Woche veröffentlichten Fotos der Elektroinstallationen im BER werfen Fragen auf. Sollte der Flughafen jemals eröffnet werden, wäre er nach Auffassung eines Experten für Fluggäste und Beschäftigte alles andere als sicher.

RT Deutsch veröffentlichte vor einer Woche eine Reihe von Fotos, die Einblick in das Chaos der elektrischen Installationen des Flughafens geben.

Kabelsalat – an vielen Stellen werden die Kabel gemufft und verlängert. Auch tote Kabel sind dabei, sie herauszuziehen, wäre zu aufwendig.

Die Fotos aus dem Sommer dieses Jahres verstärken die Zweifel, ob der jetzt für Herbst 2020 geplante Eröffnungstermin zu halten sein wird.

Doch es geht um mehr. In einer E-Mail an RT Deutsch machte der Planungsingenieur Klaus-Jürgen Thum auf eine "tödliche Schwachstelle" aufmerksam, die auf einem der Fotos zu erkennen sei. Zu sehen sind orangefarbene E-90-Kabel mit Funktionserhalt, die erstaunlicherweise zusammen mit ganz normalen Elektrokabeln verlegt wurden.

Kabel mit Funktionserhalt sind dafür ausgelegt, auch im Falle eines Brandes mit extrem heißen Temperaturen bis zu 1000 Grad Celsius noch die sicherheitsrelevanten Anlagen und Einrichtungen mit Strom versorgen zu können. Diese Kabel müssen separat von anderen Kabeln verlegt werden, um in solchem Ernstfall funktionstüchtig zu bleiben. Bei Hitzeeinwirkung schäumt die Umhüllung der Funktionskabel auf und bildet so eine Schutzschicht.

Exklusiv: Wie Flughafen BER bei einem Brand zur tödlichen Falle wird

Thum erklärte dazu im Gespräch mit RT Deutsch:

Schon die gesamte Kabelverlegung ist sehr schlecht, um nicht zu sagen schweinemäßig. Das ist überhaupt keine Art.

Wirklich schlimm jedoch sei die gemischte Verlegung der Funktionskabel mit den anderen Kabeln:

Das geht überhaupt nicht. Das Kabel muss sich frei entfalten können im Brandfall, es darf nirgendwo behindert werden... Denn man muss davon ausgehen, dass im Falle eines Brandes die dort angeschlossenen Geräte nicht funktionieren. Der Schaum kann nicht aufgehen, die brennenden Kabel zerstören den Schaum, damit fallen diese Kabel aus. Das ist wirklich eine Katastrophe. Eine unmögliche Situation.

Auf die Frage, wie die Verantwortlichen davon ausgehen konnten, dass der TÜV diese Kabelverlegung abnimmt, erklärte Thum:

Ich weiß nicht, ob der TÜV das überhaupt schon gesehen hat. Der muss es sich angucken.

Die fehlerhafte Kabelverlegung könne im Ernstfall innerhalb kurzer Zeit unter anderem zu einem Ausfall der Entrauchung und der Frischluftzufuhr führen und damit Menschenleben fordern, in der Empfangshalle ebenso wie in entlegeneren Teilen des Flughafens. Thum weiter:

Wenn dann durch solchen miesen Pfusch Menschenleben ernsthaft gefährdet werden oder sogar verloren gehen, ist das schon mehr als kriminell.

Eine Falsch- und Überbelegung der Kabeltrassen wurde bereits im Bericht des ersten BER-Untersuchungsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses im Jahr 2016 festgestellt. Nach Aussagen eines Zeugen waren diese Folge der ständigen Planänderungen und Erweiterungen des Baus. Die daraus resultierenden Probleme für die Sicherheit am künftigen Flughafen waren der Öffentlichkeit allerdings bisher verborgen geblieben.

Auch bei der Entrauchungsanlage sieht Thum weiterhin gravierende Probleme, die den BER zu einem Sicherheitsrisiko machen. RT Deutsch wird darüber berichten.

Mehr zum Thema - Pannen-BER: Neue Mängel könnten geplante Inbetriebnahme im Oktober 2020 verhindern

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