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Einheitsbericht: Auch nach 28 Jahren ist Ostdeutschland noch immer eine Kolonie des Westens

Einheitsbericht: Auch nach 28 Jahren ist Ostdeutschland noch immer eine Kolonie des Westens
Vorbereitungen für das Jubiläum der Wiedervereinigung in Berlin. Riesige Figuren, die DDR-Grenzsoldaten darstellen sollen werden aufgebaut, Deutschland, 21. September 2018.
Aus dem neuen Einheitsbericht der Regierung geht hervor, dass es nach wie vor massive Unterschiede zwischen Ost und West gibt. Insbesondere im Bereich von Lohnniveau und Wirtschaftskraft. Besserung ist nicht in Sicht und wohl auch nicht im Kapital-Interesse.

An diesem Mittwoch befasst sich das Kabinett mit dem neuen Einheitsbericht, welcher auch 28 Jahre nach der Deutschen Einheit zu dem Ergebnis kommt, dass es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West zum Nachteil des Ostens gibt. Zwar hätten sich die Lebensverhältnisse im Osten weiter denen des Westens angenähert, heißt es im Jahresbericht der Bundesregierung. Allerdings liege der Osten etwa beim Lohnniveau und der Wirtschaftskraft im Vergleich zum Westen weiter zurück. Außerdem mangele es an Konzernzentralen großer Unternehmen.

Noch immer sei eine deutlich geringere Exportorientierung der ostdeutschen Wirtschaft festzustellen. Der Bericht liegt der Deutschen Presseagentur vor. 

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, sieht es für falsch an, die ostdeutschen Länder als Problemfall zu betrachten: 

Das ist ärgerlich, weil es den Alltag und die Lebenswirklichkeit der Menschen verzerrt widerspiegelt.

Zu Bemängeln sind auch die geringeren Forschungs- und Innovationsaktivitäten im Osten sowie in einer weniger ausgeprägten Internationalisierung. "Niedrigere Produktivität und fehlende Spitzengehälter treten hinzu."

Ostdeutschland: Ungünstige Altersstruktur und Abwanderung 

Der Anfang der 1990er-Jahre erfolgte, teilweise "dramatische Rückgang" der Kinderzahl sowie die damals starke Abwanderung vor allem junger, gut qualifizierter Menschen ziehe langfristige Nachwirkungen mit sich, heißt es weiter. Trotz eines Anstiegs der Geburtenrate nehme die Einwohnerzahl, insbesondere die Zahl der Erwerbsfähigen, weiter ab. Die Alterung der Gesellschaft schreite schneller voran als in den westdeutschen Ländern:

Das beeinflusst die Angleichung der Wirtschaftskraft und der Lebensverhältnisse auf vielfältige Weise.

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Die im Vergleich zum Westen Deutschlands ungünstigere Altersstruktur und die in vielen ostdeutschen Gegenden geringere Siedlungsdichte begrenzten bereits heute die Zahl der Fachkräfte:

In etwa zwei Dritteln aller Berufe hat sich die Situation in den letzten fünf Jahren weiter zugespitzt; dies gilt vor allem in Ostdeutschland.

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Weiterhin bessere Vereinbarung von Familie und Beruf in Ostdeutschland 

Der Ostbeauftragte sieht in dem Bericht aber zugleich Fortschritte im Osten. So habe sich der Arbeitsmarkt positiv entwickelt. Bei der Arbeitslosenquote betrug demnach die Differenz zum Westen Anfang der 2000er Jahre noch mehr als 10 Prozentpunkte, 2017 nur noch 2,3 Prozentpunkte. Außerdem heißt es, Ostdeutschland sei vor allem stark bei der Erforschung von Schlüsseltechnologien. Nahezu die Hälfte aller Beschäftigten in Ostdeutschland seien Frauen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei im Osten deutlich einfacher möglich.

Es bestünden weiterhin Lohnunterschiede, die Durchschnittseinkommen seien niedriger als in Westdeutschland. Die Nettoeinkommen in den neuen Ländern seien jedoch weniger ungleich verteilt als in den alten Ländern.

Vorstellen wird den Bericht der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Wirtschafts-Staatssekretär Christian Hirte.

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(rt deutsch/dpa)

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