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Sachsen-Anhalts Justizministerin: Opfer in Köthen starb nicht durch Schläge gegen den Kopf

Sachsen-Anhalts Justizministerin: Opfer in Köthen starb nicht durch Schläge gegen den Kopf
Sonntagabend in Köthen: Teilnehmer eines Trauermarschs versammeln sich an dem Spielplatz, wo zuvor ein junger Mann nach einer Prügelattacke verstarb.
In Köthen stirbt ein junger Mann, nachdem er verprügelt worden ist. Die mutmaßlichen Täter sind Flüchtlinge aus Afghanistan. Laut einer Augenzeugin soll der Getötete zuvor versucht haben, einen Streit zu schlichten. Für den Abend sind Proteste in der Stadt angekündigt.

Nach dem tödlichen Streit zwischen zwei Männergruppen in Köthen schließen die Ermittler Tritte oder Schläge gegen den Kopf als Todesursache aus. Derartige Verletzungen hätten nicht festgestellt werden können, sagte Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Holger Stahlknecht (ebenfalls CDU) in Magdeburg. Der 22 Jahre alte Mann sei an akutem Herzversagen gestorben. Eine schwere Vorerkrankung sei bestätigt.

Den genauen Ablauf des Geschehens ließen die Behörden weiter offen. Die Tat sei noch keine 48 Stunden her und man sei mitten in den Ermittlungen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt aus Dessau-Roßlau, Horst Nopens. "Wir können nur wiedergeben, was wir sicher wissen."

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler kam es in der Nacht zu Sonntag auf einem Spielplatz in Köthen zu einem Streit zwischen mindestens zwei afghanischen Staatsbürgern auf der einen und mindestens zwei deutschen Staatsbürgern auf der anderen Seite. Am Ende war der 22-jährige Markus B. tot.

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Die Spuren am Tatort lassen auf eine blutende Wunde am Kopf schließen

Getöteter wollte laut Zeugin Streit schlichten

In einem authentisch wirkenden Tondokument auf Soundcloud schildert eine Augenzeugin, wahrscheinlich Kristina C., hochemotional den Tathergang und die dramatischen Momente danach. Demnach begann alles mit einer Prügelei zwischen den Afghanen auf dem Spielplatz. Markus B. sei dazwischengegangen und daraufhin verprügelt worden:

2.500 Menschen bei Trauermarsch nach Todesfall in Köthen – Bürgermeister ruft zu Besonnenheit auf

Dann haben zwei Flüchtlinge Markus festgehalten, und ein dritter hat Markus dann insgesamt dreimal eine gehauen. Dann ist Markus umgefallen. Dann haben sie ausgeholt wie so beim Fußballspielen, sag' ich, haben ihn alle am Kopf getreten, und am Bauch noch mal rein. Alle sind dann halt den Flüchtlingen hinterhergerannt. Und ich bin dann halt sofort zu Markus gerannt, hab dann stabile Seitenlage gemacht, dann aber gemerkt, dass er keinen Puls mehr hat. Ich hab' dann Herzrhythmusmassage gemacht, dann hat er noch mal kurz aufgeatmet, aber ganz schwer. Das war auch dann leider sein letzter Atemzug. 

Das Mädchen beklagt sich, ganz allein mit dem Opfer zurückgeblieben zu sein. Sie habe die Anwohner, die dem Geschehen von ihren Fenstern aus zugesehen hatten, um Hilfe angerufen, aber keiner sei gekommen. "Ich stand dann ganz alleine da, bis der Polizist kam, aber [Markus B.] war schon komplett blau gewesen, als der Polizist weitergemacht hat."

Nach Angaben der Justizministerin besitzt einer der Beschuldigten eine Aufenthaltserlaubnis, der andere sollte abgeschoben werden. Demnach hatte die zuständige Ausländerbehörde bereits im April 2018 seine Auslieferung beantragt. Die Staatsanwaltschaft versagte allerdings die Zustimmung, weil gegen den Afghanen unter anderem ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung lief. Einem erneuten Antrag stimmte die Staatsanwaltschaft am 6. September zu.

Die beiden 18 und 20 Jahre alten Afghanen sitzen wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge in Untersuchungshaft. Der Fall hatte in Köthen Bestürzung ausgelöst. Neben einem Gottesdienst in der Kirche gab es am Abend auch eine Spontandemonstration mit 2.500 Teilnehmern. Dafür hatten rechte Gruppen mobilisiert. Für Montagabend hat die AfD eine weitere Veranstaltung in Köthen angekündigt.

In den sozialen Medien kursierte zudem die Information, dass in Köthen wie schon zuvor in Chemnitz ein Konzert gegen rechts stattfinden soll. Dies erwies sich jedoch als Gerücht. 

(rt deutsch/dpa)

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