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Nach Chemnitz: Neue Umfrage sieht AfD als stärkste Partei im Osten

Nach Chemnitz: Neue Umfrage sieht AfD als stärkste Partei im Osten
Eine neue Umfrage sieht die AfD als stärkste Partei im Osten. Mit 27 Prozent liegt sie deutlich vor der CDU mit 23 Prozent. Offenbar profitiert sie hier von den Ereignissen in Chemnitz. Das Vertrauen in Regierung und Medien erreicht im Osten einen Tiefpunkt.

Die Ereignisse von Chemnitz hinterlassen Spuren in den Umfragen. Nach "Deutschlandtrend" von Infratest dimap vom 6. September ist die AfD in Ostdeutschland erstmals stärkste Partei. Demnach steht sie bei 27 Prozent, auf Platz zwei liegt die CDU mit 23, auf Rang drei die Linke mit 18 Prozent. Es folgen in dieser Reihenfolge die SPD mit 15, die Grünen mit 7 und die FDP mit 6 Prozent.

Infratest dimap weist die Werte für Ost- und Westdeutschland seit September 2016 nicht mehr regelmäßig getrennt aus, deswegen finden sich für die vergangenen Monate bei diesem Institut keine Vergleichszahlen. Bei den Bundestagswahlen im September 2017 erhielt die CDU im Osten noch 27,6 Prozent, die AfD war mit 21,9 Prozent schon deutlich zweitstärkste Kraft, es folgten die Linke mit 17,8, die SPD mit 13,9, die FDP mit 7,5 und die Grünen mit 5 Prozent.

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Zu Beginn der Flüchtlingskrise, Anfang September 2015, stand die Union in Ostdeutschland noch bei 38 Prozent, die SPD bei 22, die Grünen bei 7, die FDP bei 3, die Linken bei 18 und die AfD bei nur 7 Prozent.

Die Werte der Umfrage für Westdeutschland sind vergleichsweise unspektakulär. Auffällig ist hier vor allem, dass sich die Linke mit acht Prozent mittlerweile auch im Westen etabliert zu haben scheint. Stärkste Partei ist hier die Union mit 30 Prozent. Es folgen die SPD mit 19, die Grünen mit 15, die AfD mit 14, die FDP mit 9, und, wie erwähnt, die Linke mit 8 Prozent.

Die Umfrage hatte Infratest dimap für die Welt und die ARD-Tagesthemen durchgeführt. Die für Ost und West getrennten Werte für die Sonntagsfrage wurden leider nur bei der Welt veröffentlicht, nicht bei den Tagesthemen. Bei der gesamtdeutschen Sonntagsfrage gibt es kaum Bewegung, Union und SPD bleiben stabil bei 29 beziehungsweise 18 Prozent, FDP und Linke verbessern sich um einen Punkt auf 8 beziehungsweise 10 Prozent, AfD und Grüne verlieren jeweils einen Prozentpunkt und kommen auf 16 respektive 14 Prozent.

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Interessant bei der Umfrage sind auch die inhaltlichen Fragen. Demnach hält die Mehrheit der Deutschen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung für sehr misslungen, den Aspekt "Vorbeugung von Gewalt und Kriminalität" (Seit wann wird der eigentlich abgefragt?) sogar eine große Mehrheit von 69 Prozent.

Die Frage, ob die Regierung die Sorgen beim Thema Zuwanderung ernst nimmt, wurde auch getrennt nach Ost und West behandelt. Die Antwort hier ist spannend: Die Mehrheit der Westdeutschen bejaht diese Frage (53 Prozent), dagegen trifft sie nur bei einem Drittel der Ostdeutschen auf Zustimmung (33 Prozent).

Ähnlich groß ist der Unterschied bei der Frage nach dem Vertrauen in die Institutionen. Nur 35 Prozent der Ostdeutschen haben etwa Vertrauen in die Bundesregierung, im Westen sind es immerhin 46 Prozent. Noch krasser sind die Unterschiede bei der Bewertung der Medien: Nur noch 29 Prozent der Ostdeutschen haben Vertrauen in die Medien, bei den Westdeutschen sind es 52 Prozent.  

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Bei der Frage nach einer möglichen Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz gibt es leider nur ein gesamtdeutsches Resultat. Demnach halten 65 Prozent der Deutschen eine solche Beobachtung für angemessen, 32 Prozent äußern sich ablehnend dazu.

Die Ergebnisse der Umfragen legen nahe, dass die Ereignisse der vergangenen Wochen in Chemnitz und deren mediale Begleitung in Ost und West unterschiedliche Spuren hinterlassen haben. Im Westen zeigte vor allem die mediale Empörung über das angeblich rechtsextreme Chemnitz Wirkung, darauf deuten die Verluste der AfD in der (gesamtdeutschen) Sonntagsfrage und die doch deutliche Zustimmung für eine Überwachung dieser Partei hin.

Im Osten dagegen sorgt die Dominanz der Themen Migration und Sicherheit für gegenteilige Tendenzen. Davon zeugen die Rekordwerte für die AfD, aber auch die katastrophalen Werte für Regierung und Medien. Die Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im nächsten Jahr werden spannend. Setzt sich der gegenwärtige Trend fort, dürfte die Bildung von Landesregierungen in bisher erprobten Konstellationen schwierig werden.

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