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Deutsche Bauern in Not: Ernteausfälle und Existenzängste durch Hitze und Dürre

Deutsche Bauern in Not: Ernteausfälle und Existenzängste durch Hitze und Dürre
Symbolbild: Dürre in Deutschland, Dresden, 14. Juli 2010.
Der deutsche Bauernverband fordert Hilfe von der Regierung, um die Verluste durch den zu heißen und trockenen Sommers auszugleichen. Eine Notstandserklärung müsse veranlasst werden, um den Weg für die Zahlungen freizumachen. Gewinner sind allein die Winzer.

Weidetieren fehlt es an Futter, die Getreideerträge sind durch hohe Temperaturen gering. Wegen des Futtermangels wurden 102.000 Tiere zu Beginn des Julis geschlachtet. Rekorschlachtungen gehen mit Hitzerekorden einher. Für die Versorgung der verbleibenden Tiere sind die Bauern gezwungen, auf die Futterreserven für den Winter zurückzugreifen, und fordern eine Milchpreiserhöhung auf 41 Cent pro Liter. Dies wäre gegenüber dem derzeit üblichen Marktpreis ein Aufschlag von zehn Cent. Auch die Milchleistung der Kühe wird durch die erhöhten Temperaturen beeinträchtigt. Das Ausmaß der Ertragsschäden und mögliche Lebensmittelengpässe im Winter sind noch nicht absehbar.

Hilfszahlungen an Bauern werden derzeit geprüft

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) lässt mögliche Hilfszahlungen des Bundes an die deutschen Bauern prüfen. Der Präsident des Bauernverbands Joachim Rukwied sagte der Funke Mediengruppe:

Eine Milliarde Euro wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen. Wir fordern jetzt Liquiditätshilfen, damit wir Betriebe, deren Ertrag mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten Jahre liegt, direkt unterstützen können. 

Hitzewelle, hier in Hannover

Nur so könnten viele Bauern ihre Betriebe aufrechterhalten. Bei Ernteausfällen zwischen 50 und 70 Prozent stünden sie vor dem Ruin. Für diesen Mittwoch hat Klöckner geplant, einen Bericht vorzulegen. Am Dienstag findet ein Gipfel zur Dürre statt. Dieser ist jedoch nur vorläufig. Erst der Erntebericht im August wird über die Hilfen entscheiden. Es soll denjenigen Landwirten geholfen werden, die mehr als 30 Prozent Ernteeinbußen erlitten. Der Bauernverband fordert zudem eine Risikoausgleichsrücklage, die von den Bauern nicht versteuert werden muss. So könnten die Betriebe Sicherheiten für Ernteausfälle bilden.

Besonders betroffen sind die Bauern in Nord- und Ostdeutschland. Julia Klöckner kommentierte das:

Ich bin sehr besorgt über die Auswirkungen der Dürre, unter der viele Bauern vor allem in Norden und im Osten Deutschlands leiden müssen. Aber erst nach der Erntebilanz Ende August haben wir ein klares, aussagekräftiges Bild. Auf dieser Grundlage werden wir die Entscheidung möglicher Hilfen - zusätzlich zu bereits bestehenden - treffen können, die gegebenenfalls der Bund mit den Ländern zusammen anbieten kann.

Mit der Austrocknung des Oberbodens steigt die Waldbrandgefahr. In Niedersachsen kann die Waldbrand-Überwachungszentrale den Brandmeldungen kaum nachkommen. Bei 28 Grad Wassertemperatur wird ein Fischsterben befürchtet. Im Rhein sind es derzeit 25 Grad.  Am Flughafen Hannover kam es zu Flugausfällen, nachdem Betonplatten der Start- und Landebahn der Hitze nicht mehr standhielten und durchbrachen.

Die alleinigen Gewinner des derzeitigen Wetters sind die Winzer. Anfang August wird die Weinlese beginnen, früher als gewöhnlich. Sie hoffen auf Wettbewerbsvorteile.

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