Qualitätsoffensive S-Bahn Plus: Die Berliner S-Bahn will wieder mal besser werden

Qualitätsoffensive S-Bahn Plus: Die Berliner S-Bahn will wieder mal besser werden
S-Bahn-Waggons in der Werkstatt Schöneweide
Die Berliner S-Bahn will mit einer Qualitätsoffensive zuverlässiger und pünktlicher werden. Das ist auch notwendig: Vom Leistungsstand früherer Jahre ist die S-Bahn weit entfernt. Verspätung und Ausfälle sind für die Fahrgäste mittlerweile zum Alltag geworden.

Die S-Bahn Berlin hat ein umfassendes Qualitätsprogramm aufgelegt, mit dem Pünktlichkeit, Qualität und Service verbessert werden sollen. Bis 2025 sollen Fehlerquellen im Schienennetz und in den Fahrzeugen beseitigt werden.

Die Deutsche Bahn, Muttergesellschaft der S-Bahn, will 32 Millionen Euro aufwenden. Alexander Kaczmarek, Berlin-Bevollmächtigter der Bahn, kündigte an, dass mit dem Geld auch eine Reihe von Bahnhöfen aufgewertet und 100 Triebfahrzeugführer pro Jahr neu ausgebildet werden sollen. "Wir möchten, dass die Berlinerinnen und Berliner wieder stolz auf ihre S-Bahn sind", erklärte Kaczmarek.

S-Bahn-Chef Peter Buchner begründete das Programm so: "Unser Anspruch ist es, unsere täglich 1,4 Millionen Fahrgäste zuverlässig und pünktlich an ihr Ziel zu bringen. Mit unserer Leistung sind wir nicht immer zufrieden und haben daher noch einmal alles auf den Prüfstand gestellt." Von den im Programm vorgestellten Maßnahmen verspricht sich Buchner "deutliche Verbesserungen in allen Bereichen."

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Die im Qualitätsprogramm vorgesehenen 180 Maßnahmen beinhalten unter anderem Verbesserungen bei der Instandhaltung der Netztechnik, den Ausbau der Energieversorgung und den Austausch störungsanfälliger Teile bei den Zügen.

Der Berliner Fahrgastverband IGEB begrüßte das Qualitätsprogramm der S-Bahn ausdrücklich. Die IGEB sieht das größte Problem der S-Bahn im unzureichenden Streckennetz, in dem immer noch nicht alle durch den Mauerbau gerissenen Lücken geschlossen seien. Verantwortlich dafür sei nicht die S-Bahn, sondern DB Netze. Unzureichend seien auch die Signaltechnik und die Stromversorgung. Den Senat kritisierte die IGEB für die verspätete Bestellung neuer Fahrzeuge für die S-Bahn.

Die S-Bahn ächzt unter einem wachsenden Fahrgastansturm. Wurden 2007 noch 371 Millionen Fahrgäste im Jahr befördert, waren es 2017 schon 442 Millionen. Die dringend benötigten neuen Züge werden aber erst ab 2021 in Betrieb genommen. Bis dahin werden ältere Baureihen umfassend technisch überholt.

Die Berliner S-Bahn galt bis etwa 2007 eines der zuverlässigsten und besten Stadtbahnsysteme Europas. In den Jahren danach kam es vor allem aufgrund des von der Deutschen Bahn ausgeübten Renditedrucks aber auch wegen Konstruktionsmängeln an Neufahrzeugen zu gravierenden Leistungseinbrüchen. Von diesen hat sich die S-Bahn bis heute nicht erholt: Zugausfälle und Verspätungen sind weiterhin an der Tagesordnung.

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