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Hühnchen weg, Experte ran – Keine Entwarnung beim Unstrut-Krokodil

Hühnchen weg, Experte ran – Keine Entwarnung beim Unstrut-Krokodil
Ja, wo ist es denn? Nicht nur die Feuerwehr hält bisher noch vergeblich Ausschau nach dem Krokodil in der Unstrut.
Die Suche nach "Schnappi" geht weiter. Weder Futterköder, noch Kotproben halfen, das Reptil in der Unstrut zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt dingfest zu machen. Aber die Behörden des Kyffhäuserkreises geben nicht auf: Ein Experte wurde angefordert.

Ein totes Hühnchen an einer Schnur sollte es vor die Kamera locken. Dutzende Feuerwehrleute und Polizisten durchkämmten Flussgebiete nach ihm. Ein Hubschrauber wurde bei der Suche eingesetzt. Sogar Kot vom Flussufer wurde analysiert. Doch der ganze Aufwand war vergeblich: Das Krokodil, das Zeugenhinweisen zufolge in der Unstrut schwimmen soll, ist abgetaucht. Ob das Reptil aber vielleicht dennoch am Ufer des in Thüringen und Sachsen-Anhalt fließenden Gewässers sein Unwesen treibt, soll nun ein Experte klären.

Gibt es "Schnappi" überhaupt?

Denn es mangelt an Nachweisen: Auch nach einem toten Lock-Huhn hatte das angebliche Krokodil nicht geschnappt. Das hatten die Behörden des Kyffhäuserkreises zuletzt mehrere Tage lang am Unstrutufer morgens auf- und abends abgehängt, um das Reptil so vor eine Wildkamera zu locken. Aber die Fotofalle lieferte keine Ergebnisse und der Versuch wurde schließlich aufgegeben.

Es war kein Verbiss am Hähnchen festzustellen, so der Landratsamt-Pressesprecher Heinz-Ulrich Thiele.

Zuletzt hatte ein Zeuge berichtet, er habe das Krokodil am Dienstag vor einer Woche gesehen. Davor wollte eine Reiterin das Tier am vorvergangenen Wochenende am Ufer bei Schönwerda – einem Ortsteil der Stadt Roßleben-Wiehe - entdeckt haben. Da musste das mutmaßliche Krokodil aber schon einige Flusskilometer hinter sich gebracht haben. Denn Angler hatten bereits Ende August angegeben, das Reptil im südlichen Sachsen-Anhalt gesehen zu haben.

Mit aufgerissenem Maul soll das Tier am Ufer der Unstrut gesehen worden sein (Symbolbild).

Bei großen Suchaktionen dort und in Thüringens Norden wurden die Behörden aber nicht fündig. Auch Spuren im Schlamm und eine Analyse eines Kothaufens vom Unstrutufer lieferten keine Erkenntnisse darüber, ob der Kroko-Alarm an der Unstrut vielleicht nur ein Fehlalarm ist.

Wenn man in Verantwortung steht, muss man die Hinweise ernstnehmen, es geht ja um die Gesundheit der Bewohner", sagt Thiele.

Im Zweifelsfall neige man dazu, mehr für die Sicherheit zu tun. Auch deshalb ist die Flussgegend auf dem grünen und ländlich geprägten Kyffhäusergebiet abgesperrt worden. Baden, Angeln und Betreten sind verboten – dabei führt dort auch ein idyllischer Radweg entlang.

Experte soll weiterhelfen

Hoffnung setzt das Landratsamt nun auf den angefragten Experten. Es handle sich um einen bundesweit anerkannten Fachmann, so Thiele. Man hoffe, dass dieser sich schnellstmöglich vor Ort ein Bild der Lage machen und darüber urteilen könne, ob nun ein Krokodil unterwegs ist, oder nicht. Reptilienfachleute der Zoos in Leipzig und Erfurt hatten den Experten empfohlen, so Thiele.

Dass ein Krokodil im Moment zumindest in der Theorie in der Unstrut überleben könnte, hatte derweil schon Oliver Wings erklärt, ein Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Als wechselwarmes Tier könne sich das Reptil Temperaturen von mehr als 20 Grad ebenso wie denen im einstelligen Bereich anpassen.

Unabhängig davon, ob es überhaupt existiert, hat es das Krokodil zumindest schon in die Riege der Sommertiere geschafft. Damit ist es etwa in bester Gesellschaft mit dem Wildschwein, das im August an einem Berliner See von einem nackten Mann verfolgt worden war, weil die Bache angeblich seine Tüte mit einem Laptop gemopst hatte. Zuletzt machte auch eine mit dem Rüssel malende Elefantendame im Osnabrücker Zoo Schlagzeilen. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zum Fall des Unstrut-Krokodils: Von der Elefanten-Kunst und dem Laptop-Wildschwein gibt es Fotos.

Mehr zum Thema - Malaysische Behörden finden menschliche Überreste in Krokodilmagen

(dpa/rt)

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