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"Sauer, enttäuscht und traurig" – Kita-Erzieherin schreibt Brandbrief an Fleisch-Boss Tönnies

"Sauer, enttäuscht und traurig" – Kita-Erzieherin schreibt Brandbrief an Fleisch-Boss Tönnies
Stefanie Becker aus Gütersloh ist stinksauer auf den Fleischfabrikanten Clemens Tönnies. In seinem Werk gibt es mittlerweile rund 730 Corona-Fälle. Die Folge? Wiedereröffnete Kitas und Schulen müssen schon wieder schließen. Eine betroffene Mutter schildert RT die frustrierende Lage.

Enttäuschte Kinder und gefrustete Eltern gingen bereits am Donnerstag zu einer Mahnwache vor dem Firmengelände und ließen ihrem Unmut freien Lauf. Im Telefoninterview mit RT Deutsch schildert die 35-jährige Mutter und Erzieherin die Lage in ihrem Landkreis, ihre Motivation für den Brandbrief und den Frust vielen Menschen vor Ort. Die Kinder leiden am meisten, sagt Becker. Sie müssen wieder zu Hause bleiben, während Geschäfte und Fitnessstudios weiter geöffnet bleiben.

Der Brandbrief an Clemens Tönnis im Wortlaut: 

Lieber Herr Tönnies,

ich als Erzieherin und Mutter möchte mir nun mal den Frust von der Seele schreiben... Es ist okay, dass sie eine riesige Schlachterei betreiben, mit mehreren Standorten und vielen, nein sehr vielen Beschäftigten. Es ist auch okay, dass Sie über Subunternehmen Menschen aus anderen Ländern beschäftigen. Zu Ihren Arbeits-und Schlachtbedigungen gab es in der Presse schon genügend Schlagzeilen und ich möchte nicht beurteilen, was davon stimmt und was nicht...

Symbolbild

Aber: Ich als Mutter habe mich vor zwei Tagen gefreut, als für meinen Sohn endlich wieder die Schule losging. Er war nun einige Zeit in der Notbetreuung, die ihm überhaupt nicht gefallen hat. Er konnte nicht spielen, wie es Kinder in seinem Alter tun sollten, er konnte nicht mit seinen Freunden auf dem Schulhof kicken oder sich auf Verabredungen freuen. Es gab Tränen, morgens, beim Home Schooling und aufgrund der Langeweile. Und nun hatte er 3 Tage wieder Schule. Er kennt die Abstandsregeln, er trägt seine Maske, er wäscht sich die Hände. Kurz: Er hat begriffen, auf was es ankommt. Ich als Erzieherin habe mich nach Wochen zuhause gefreut, all meine Kids wiederzusehen. Und die Kids sich ebenso. Die kleinsten zählen beim Händewaschen bis 30 (oder lassen sich dabei helfen), Niesen und Husten in den Ellenbogen und haben verstanden, dass Mama und Papa nicht mehr mit in die Kita-Gruppe können.

Wir hatten nun gut 1,5 Wochen Zeit, uns wieder einzugewöhnen, Zeit zum Spielen, zum umorganisieren, planen, lachen, kuscheln.... Und nun? Nun muss ich als Mutter und als Erzieherin Tränen trocknen, die einfach nicht hätten sein müssen. Tränen meines Sohnes und meine eigenen. Vergessen wir nicht die anderen Eltern und Kita-Kinder, die sicher so unbegreiflich finden was hier grade passiert... Die kleinsten begreifen, worauf es ankommt, halten sich an jegliche Regeln ohne sie zu hinterfragen!!! Und Sie? Sie denken an das Geld, dass Ihnen durch die Lappen geht, Sie lassen durch Pressevorstände Entschuldigungen hervorbringen, die keinem etwas bringen, und vor allem kommen diese nicht aus IHREM Mund!

Sie verstecken sich hinter Ihren Vertretern, aber erklären SIE den Kindern doch mal, dass die Kitas und Schulen wieder zu sind, weil SIE es nicht schaffen, Hygienemassnahmen einzuhalten... Sie versuchen Ihren Betrieb aufrecht zu erhalten, damit Ihnen nicht noch mehr Geld durch die Lappen geht, während die Schulen und Kitas wieder dicht machen müssen, aufgrund Ihres Fehlverhaltens? Ich kann Ihnen nur eins sagen, mit all dem Geld, dass Sie haben, bringen sie unsere Kinderaugen auch nicht mehr zum Leuchten!!!

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