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Springer-Verlag weiter im freien Fall: Rund 200 Mitarbeiter sollen gehen

Springer-Verlag weiter im freien Fall: Rund 200 Mitarbeiter sollen gehen
"Umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen" bei Welt und Bild
Harte Einschnitte beim Axel-Springer-Verlag: Um jährlich rund 50 Millionen Euro einzusparen, will das Medienhaus die Redaktionen von Bild und Bild am Sonntag zusammenlegen. Die Zeitschrift Welt Kompakt wird gänzlich eingestellt. Rund 200 Redakteure sind betroffen.

Als erster deutscher Verlagsmanager rief Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner schon vor gut zehn Jahren die "digitale Transformation" aus und erklärte gleichzeitig: "Print ist tot." Nun unternimmt er einen weiteren Schritt, um Druckerzeugnisse zumindest in seinem Haus endgültig zu beerdigen: Bild, Bild am Sonntag (BamS), Welt und Welt am Sonntag, deren Auflagenzahlen sich seit Jahren im freien Fall befinden, sollen zwar als Printobjekte zunächst weiterbestehen. Fest stehe aber, so Vorstandsmitglied Stephanie Caspar, dass einige Redaktionen "enger verzahnt" würden, etwa Bild und Bild am Sonntag.

Zum Medienkonzern Axel Springer gehören Zeitungen wie Die Welt und Bild sowie  rein digitale Medienmarken wie Business Insider und Upday.

Sportinhalte sollen künftig "markenübergreifend" für WeltBild und Sport Bild produziert werden. Die werktäglichen Ausgaben des preisgünstigeren Ablegers Welt Kompakt sowie die Lokalausgabe Welt Hamburg (Welt Berlin und Welt München gibt es schon seit Jahren nicht mehr) will der Konzern einstellen. Ebenfalls eingestellt wird das Wirtschaftsmagazin Bilanz, das in der Wirtschaftsredaktion der Welt aufgehen soll.

Einschnitte auch bei den Mitarbeitern

Diese "umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen", erforderten laut Caspar "Einschnitte auch bei den Mitarbeitern". Konkrete Zahlen wollte sie zwar nicht nennen, doch der Betriebsrat geht davon aus, dass rund 200 Redakteursstellen abgebaut werden. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hatte Döpfner kürzlich versichert, dass es diesmal – im Gegensatz zu früheren Sparrunden – nicht nur "Indianer", sondern auch "Häuptlinge" treffen würde.

Einer dieser Häuptlinge wird mit großer Wahrscheinlichkeit BamS-Chefredakteurin Marion Horn sein. Das Verhältnis zwischen der ehemaligen Chefredakteurin der Erotik-Postille Das neue Wochenend und Bild-Chef Julian Reichelt gilt seit langem als zerrüttet. Horns Position wird durch die Zusammenlegung beider Zeitungen ohnehin überflüssig, da Militär-Fan Reichelt, der ein Feldbett im Büro hat und von Mitarbeitern "Commander" genannt wird, dann auch bei der bisher relativ eigenständigen BamS (rund 60 Mitarbeiter) das Kommando übernehmen wird. Während Horns sechsjähriger Tätigkeit verlor die schon vorher stark schwächelnde BamS nochmals 45 Prozent im Einzelverkauf, stürzte auf nur noch rund 700.000 verkaufte Exemplare. Einst waren es mal 2,3 Millionen.

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Nikolas Blome vor Absprung zu Annegret Kramp-Karrenbauer?

Doch auch in Reichelts direktem Umfeld könnte es für einige eng werden: Schon lange wird hausintern über die aufgeblähte Bild-Führungsspitze gelästert. Reichelt umgibt sich bislang mit 13 stellvertretenden Chefredakteuren, zehn Chefreportern, einem Dutzend Ressortleitern sowie im technischen Bereich mit zahlreichen Artdirektoren, Chefs vom Dienst, Layout-, Foto- und Produktionschefs. Einer von Reichelts Stellvertretern soll schon kurz vor dem Absprung stehen. Nikolaus Blome, so der Branchendienst Horizont, soll offenbar einen Kommunikationsposten im Verteidigungsministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) übernehmen.

Wie nun am Mittwoch bekannt wurde, wird auch das von Blome verantwortete Magazinprojekt Bild Politik endgültig beerdigt. Wie der Branchendienst Meedia mit Berufung auf den Springer-Verlag berichtet, wird das "Print-Konzept von Bild Politik im Zuge der geplanten Neuausrichtung und Strukturmaßnahmen nicht weiterverfolgt". Die Testphase für das wöchentliche Politikmagazin startete Anfang des Jahres, die letzte Ausgabe erschien Anfang Juli. Vorstandsmitglied Stephanie Caspar wörtlich:

Wir wollen Strukturen, in Bereichen die nicht mehr wachsen, verkleinern.

Und ihr Chef Mathias Döpfner schrieb in einem Brief an die Springer-Mitarbeiter, man investiere "mit gezielten Initiativen für herausragenden digitalen Journalismus in die Zukunft der Marken Bild und Welt mit Video, Sport und Paid Content". Mit seinem "herausragendem digitalen Journalismus" verdient Springer bisher wenig Geld. Die Internet-Gewinne stammen fast ausschließlich aus dem Geschäft mit sogenannten Rubrikenanzeigen – von Plattformen wie Stepstone, Immowelt oder idealo.de.

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