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Neue Studien: Nachtarbeit kann Krebsrisiko erhöhen – genau wie Glyphosat

Neue Studien: Nachtarbeit kann Krebsrisiko erhöhen – genau wie Glyphosat
Symbolbild
In vielen Berufen wird die Nacht oft durchgearbeitet. Für den Körper ist das nicht nur wegen Müdigkeit belastend. Die Internationale Agentur für Krebsforschung bestätigte, dass Nachtarbeit wahrscheinlich krebserregend ist. Sie fällt in dieselbe Gruppe wie Glyphosat.

Das Arbeiten in Nachtschicht fällt damit in die Gruppe 2A, "wahrscheinlich karzinogen". Dazu gehören auch etwa der Pflanzenschutz-Wirkstoff Glyphosat und der Verzehr von rotem Fleisch. Wie die Agentur mit Sitz in Lyon erklärt, gebe es "eingeschränkte Nachweise", dass Nachtarbeit zu Tumoren in Brust, Prostata und Darm führen könne. Die Einstufung gilt aber nicht als Risikobewertung, wie die Agentur betont.

Depression entwickelt sich zu einer Volkskrankheit, die immer mehr Menschen betrifft. (Symbolbild)

Denn Aussagen über die Wahrscheinlichkeit, mit der Nachtarbeit Krebs auslöst, sind schwer. Die Bewertung der Experten könne lediglich die Frage klären, ob nächtliche Schichtarbeit einen Einfluss auf das Krebsrisiko hat, sagt der an der IARC-Einstufung beteiligte Hajo Zeeb, Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen:

Wie groß der Einfluss der Nachtarbeit auf das Krebsrisiko ist, lässt sich mit dieser Einschätzung nicht klären. Dazu bräuchte es eine sogenannte Risikobewertung.

Außerdem würden individuelle Aspekte einer einzelnen Person in Schichtarbeit bei der Bewertung nicht berücksichtigt, sagt Zeeb. Bedingt durch die Studiendesigns ließen sich auch andere Erklärungen für Krebserkrankungen nicht völlig ausschließen. Die entsprechende Einschätzung der Expertengruppe erschien bereits im Juli in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology. Erstmals hatte die IARC die Nachtarbeit schon im Jahr 2007 als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft.

In Deutschland arbeiteten im Jahr 2016 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin rund sieben Prozent der Beschäftigten in Wechselschicht mit Nachtarbeit oder dauerhaft nachts. Männer sind dabei deutlich häufiger in der Nachtschicht tätig als Frauen. Außerdem arbeiten niedrigqualifizierte Menschen demnach deutlich öfter nachts als Beschäftigte der mittleren und hohen Bildungsgruppen.

Bisher waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Schichtarbeit generell krebserregend sein könnte. Die neuen Studien zeigten nun aber, dass vor allem jene Arbeit zu Zellveränderungen führen kann, bei der der Tag-Nacht-Rhythmus gestört wird. Die Neubewertung für die IARC übernahm eine Arbeitsgruppe von 27 Wissenschaftlern aus 16 Ländern. Die Experten analysierten dafür wissenschaftliche Literatur und Studien.

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