Wegen Erdoğan-Besuch: Bundesliga-Spiel Hertha gegen Bayern droht Absage

Wegen Erdoğan-Besuch: Bundesliga-Spiel Hertha gegen Bayern droht Absage
Zuletzt spielten Bayern und Hertha BSC am 24. Februar dieses Jahres in der Allianz Arena in München. Die Partie endete unentschieden (0:0).
Der Deutschland-Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan stellt die Berliner Polizei offenbar vor große Probleme. Zahlreiche Demos sollen stattfinden, zudem soll Hertha BSC gegen Bayern München spielen. Die Polizei spricht von Personal-Notstand.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan besucht am 28. und 29. September Deutschland. Nach Angaben seines Pressesprechers und Chefberaters, Ibrahim Kalin, soll sich der türkische Präsident gleich zwei Mal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen: zu einem Arbeitsessen am 28. und zu einem weiteren Gespräch am 29. September. Zudem sei ein Staatsbankett und ein Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplant. Erdogan wolle sich gemeinsam mit Steinmeier auch mit einigen Deutschtürken zum Gespräch treffen, sagte Kalin vergangene Woche.

Die Visite stellt nun die Berliner Polizei offenbar vor große Probleme. Denn laut einem Bericht des Tagesspiegel sollen bereits neun Erdoğan-kritische Demonstrationen und Kundgebungen angemeldet worden sein. Die Sicherheitsbehörden befürchten Ausschreitungen zwischen Anhängern der in Deutschland verbotenen PKK-Organisation und den türkischen Nationalisten. Zudem werden vom 1. bis 3. Oktober in Berlin mehrere Veranstaltungen im Rahmen des Tags der Deutschen Einheit organisiert. Und genau am 28. September ist auch das Fußballspiel Hertha BSC gegen Bayern München im Olympiastadion angesetzt.

Berliner Polizei an der Grenze ihrer Kapazitäten 

Die Polizei hatte aus Kapazitätsgründen bereits Sicherheitsbedenken geäußert. Der Gesamtpersonalrat der Behörde hat am Dienstag von Berlins Senator für Inneres und Sport, Andreas Geisel (SPD), verlangt, den Notstand auszurufen und das Fußballspiel zu verschieben.  

Der Fußball-Bundesligist forderte nun eine schnelle Entscheidung, ob das für den 28. September angesetzte Heimspiel stattfindet. "Wir wollen möglichst schnell Klarheit haben", sagte Marcus Jung, Leiter Kommunikation und Medien bei Hertha BSC, am Mittwoch am Rande des Mannschaftstrainings.

Nach Informationen des Tagesspiegel soll Berlins Innensenator am Mittwoch zwar die Ausrufung eines polizeilichen Notstands wegen des Erdoğan-Besuchs und der Einheitsfeier abgelehnt haben. Über das Hertha-Bayern-Spiel soll aber offenbar noch nichts entschieden worden sein.

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