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Roger Waters von Pink Floyd über Weißhelm-Inszenierung und Zensur auf Facebook

Roger Waters von Pink Floyd über Weißhelm-Inszenierung und Zensur auf Facebook
Symbolbild: Roger Waters, Progressive-Rock-Urgestein und ehemaliger Frontmann von Pink Floyd. Ein Konzert in Rom.
Der ehemalige Pink-Floyd-Frontmann Roger Waters spricht im RT-Interview über den Einsatz der Weißhelme in Syrien sowie Zensur auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Das exklusive Interview erscheint in Kürze bei RT Deutsch – doch zunächst ein Vorgeschmack.

Waters versicherte, dass er den Weißhelmen seine volle Unterstützung anbieten würde, wenn die Organisation tatsächlich an der Hilfe für die Opfer des syrischen Konflikts beteiligt wäre. Doch "alle Beweise deuten darauf hin, dass das nicht der Fall ist", sagte er. Für den oscarprämierten Dokumentarfilm über die angebliche humanitäre Hilfsorganisation hatte Waters nichts als Spott übrig: "Haben Sie jemals etwas gesehen, das so offensichtlich inszeniert und sorgfältig gedreht wurde?"

Vor einigen Monaten musste sich Waters gegen Versuche der Weißhelme wehren, ihn politisch zu vereinnahmen – und gab bei einem Auftritt in Barcelona seine Meinung von den Terror-Propagandisten zum Besten.

Die freie Meinungsäußerung im Internet

Die Rocklegende sprach mit dem Gastgeber von SophieCo, Sophie Schewardnadse, auch über die sogenannten sozialen Netzwerke, die gegen unerwünschte Äußerungen vorgehen.

"Heutzutage kommen die meisten Menschen über Facebook, Google und YouTube an aktuelle Nachrichten – sie nutzen die sozialen Netzwerke, um sich zu bilden oder herauszufinden, was gerade los ist. Doch die Inhalte werden von den Unternehmen, die [die sozialen Netzwerke] besitzen, zensiert. Also wird es nicht frei sein – ich meine, es ist jetzt schon nicht frei", sagte er. Es würde ihn nicht überraschen, wenn er irgendwann von sozialen Netzwerken gelöscht würde, weil er sich gegen den Krieg äußere, fügte er hinzu.

Am ukrainischen Internet-Pranger

Abseits der sozialen Medien hat die Zensur gegen das Rock-Urgestein teilweise bereits begonnen: In der Ukraine fand sich Roger Waters unlängst, am 13. August, auf einer sogenannten "schwarzen Liste" wieder. Bei der selbsternannten Online-Datenbank der Feinde der ukrainischen Nation, myrotvorets.center, bemühte man sich nicht um Zurückhaltung: Der "Verbrecher" Roger Waters habe sich "anti-ukrainischer Propaganda, Angriffen auf die territoriale Unversehrtheit der Ukraine und der Teilnahme an Versuchen, die Annexion der Krim durch Russland zu legalisieren" schuldig gemacht, heißt es dort.

Roger Waters von Pink Floyd über Weißhelm-Inszenierung und Zensur auf Facebook
Screenshot der online-Datenbank Myrotvorets "für Staatsfeinde der Ukraine", Eintrag zu Roger Waters, ehemals Pink-Floyd.

Als "Beweis" für diese Anschuldigungen genügen den Betreibern der schwarzen Liste bereits die Interviews des Musikers mir der Nachrichtenangentur RIA Nowosti und der Zeitung Iswestija – beide russisch –, diese wurden auch verlinkt. Die Aussage Waters', die Hauptstadt der Krim, Sewastopol, sei russisch und für die Russen von besonderer Bedeutung, ärgerte die Betreiber der Datenbank so sehr, dass sie sie sogar zitieren.

Waters nannte es außerdem "lächerlich", die Schuld am Ukraine-Konflikt Russland zuzuschieben. Vielmehr liege die Verantwortung dafür bei Victoria Nuland, zu jener Zeit Leiterin der Unterabteilung des Auswärtigen Amtes der USA für Europa und Eurasien unter Obama. Zuvor sorgte die online veröffentlichte Aufnahme eines Telefonats von Nuland mit dem Botschafter der USA in der Ukraine für einen Skandal: Die beiden Politiker planten unverblümt einen Regimewechsel in Kiew – nur wenige Tage vor dem Staatsstreich im Februar 2014; Nuland nahm dabei wahrlich kein Blatt vor den Mund.

Alles nicht so ernst?

Um in die Datenbank von Myrotworez ("Befrieder") aufgenommen zu werden, reicht ein Besuch auf der Krim oder eine positive Äußerung zu Russland, egal in welchem Kontext. So ist der Rockstar dort in prominenter Gesellschaft; nur ein Jahr davor hat die Homepage den ehemaligen Profiboxer Roy Jones gelistet. Deutlich weniger angenehm dürfte es sein, dass Myrotworez die persönlichen Daten der gelisteten Personen frei zugänglich online veröffentlicht, allen voran die Wohnadressen, sofern diese denn vorliegen. Die persönlichen Daten des ukrainischen Politikers Oleg Kalaschnikow und des ukrainischen Journalisten, Schriftstellers und TV-Moderators Oles Busyna wurden mit persönlichen Daten auf Myrotworez gelistet; Kalaschnikow bekam nach einigen Aussagen sofort danach Drohungen. Nur kurz nach der Veröffentlichung der jeweiligen persönlichen Daten fielen beide Mordanschlägen zum Opfer, die bis heute nicht beziehungsweise nicht vollständig aufgeklärt sind.

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