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"Gebete und Psychiatrie": Vatikan rudert nach Papst-Äußerungen über Homosexualität zurück

"Gebete und Psychiatrie": Vatikan rudert nach Papst-Äußerungen über Homosexualität zurück
Papst Franziskus während seines Flugs von Dublin zurück nach Italien, 26. August
Papst Franziskus hatte am Sonntag den Eltern von Kindern mit einer homosexuellen Tendenz dazu geraten, zu beten und eventuell psychiatrische Hilfe für den Nachwuchs zu suchen. Die Worte des Pontifex stießen auf Empörung. Nun ruderte der Vatikan zurück.

Auf seinem Rückflug von Irland nach Rom hatte sich Papst Franziskus am Sonntag demnach zum Thema Homosexualität im Kindesalter geäußert:

In welchem Alter zeigt sich diese Unruhe des Kindes? Das ist wichtig. Die eine Sache wäre es, wenn es sich als Kind zeigt, wenn es so viele Dinge gibt, die man tun kann, mit Psychiatrie oder..., um zu sehen, wie es um die Dinge steht.

Eine andere Sache sei es jedoch, wenn Homosexualität erst "nach 20 Jahren" auftrete.
Auf die Frage des Journalisten, was er denn als Vater eines homosexuell veranlagten Kindes tun würde, hatte Franziskus erklärt: 

Ich würde als Erstes sagen: Beten, nicht verurteilen. Reden, verstehen, dem Sohn oder der Tochter Raum geben.

Dunkle Wolken ziehen am 14. August über eine römisch-katholische Kirche in Pittsburgh, Pennsylvania. Die Katholische Kirche in den USA sieht sich erneut mit erschütternden Missbrauchsvorwürfen konfrontiert.

In jedem Fall zeuge es von schlechter Elternschaft, wenn man über das Thema schweige.

Den Sohn oder die Tochter mit homosexueller Tendenz zu ignorieren, ist ein Mangel an Vaterschaft, an Mutterschaft.

Man dürfe die Kinder zudem "nicht davonjagen".

In der anschließenden Niederschrift der Papst-Worte fanden sich die entsprechenden Passagen jedoch nicht mehr – zumindest nicht in ihrer ursprünglichen Form.

Um den Gedankengang des Papstes nicht zu verfälschen", seien die Worte des Papstes demnach geändert worden, erklärte eine Sprecherin des Pontifex.

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Bei Schwulen- und Lesbenverbände stießen die Worte des Papstes auf harsche Kritik. So etwa beim Schwulen- und Lesbenverband. Deren Vorstandsmitglied Henny Engels bezeichnete die Aussagen des Papstes als "zutiefst besorgniserregend und falsch".

Äußerungen wie diese schüren Homosexuellenfeindlichkeit und geben menschenverachtenden Konversionstherapien Rückenwind. Homosexualität ist keine Krankheit und bedarf folglich auch keiner Therapie," hieß es weiter.  

Zudem sei die "homosexuellenfeindliche Botschaft" des Papstes eine "herbe Enttäuschung".

2013 habe der argentinische Papst noch dafür geworben, Lesben und Schwule nicht zu diskriminieren, so Engels. Vor allem sein Satz "wer bin ich, ihn zu verurteilen" hatte Hoffnungen geweckt.

Diese Hoffnungen scheinen nun zunichte gemacht", so Engels.

Auch in Italien stieß der Papst bei Schwulen- und Lesbenverbänden auf Unverständnis.

Von Psychiatrie zu sprechen, verleitet katholische Eltern zu glauben, dass man mit der Psychiatrie Homosexualität heilen kann. Homosexualität ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Variante des menschlichen Verhaltens, und als solche sollte sie akzeptiert und respektiert werden", sagte Fabrizio Marrazzo von der Gay Hotline laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

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