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Statistisches Bundesamt: Alleinerziehende sind von Armut bedroht

Statistisches Bundesamt: Alleinerziehende sind von Armut bedroht
Alleinerziehende besonders betroffen: Demonstration gegen Kinderarmut in Berlin, Mai 2018
Das Statistische Bundesamt hat neue Zahlen zu Alleinerziehenden vorgestellt. Demnach nimmt die Zahl der Familien mit nur einem Elternteil stetig zu. Diese Familien sind von Armut bedroht. Oppositionspolitiker machen die Regierung verantwortlich.

Alleinerziehende sind in Deutschland besonders oft von Armut bedroht. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Donnerstag steigt die Zahl der Familien, in denen sich nur ein Elternteil um die Kinder kümmert, weiter an. Im vergangenen Jahr betrug deren Zahl 1,5 Millionen. Damit wachsen in jeder fünften Familie Kinder mit nur einem Elternteil auf.

Vor 20 Jahren gab es noch 200.000 alleinerziehende Haushalte weniger. Die Gesamtzahl der Familien sank dagegen seit 1997 von 9,4 auf 8,2 Millionen. Am meisten Alleinerziehende gibt es in Berlin, wo sie 27,6 Prozent der Familien ausmachen, die wenigsten in Baden-Württemberg, wo ihr Anteil 15,3 Prozent beträgt. Knapp 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen.

Das Familienentlastungspaket wird Kinderarmut kaum beheben. Bild: Junge im Treppenhaus in der

Die soziale Lage der Alleinerziehenden ist schwierig. Laut Statistischem Bundesamt ist das Pro-Kopf-Einkommen in alleinerziehenden Haushalten um ein Fünftel niedriger als in Haushalten mit zwei Erwachsenen. Zwei Drittel von ihnen können unerwartete Ausgaben von 1.000 Euro nicht bestreiten, im bundesweiten Mittel beträgt dieser Wert "nur" 30 Prozent. Viele Alleinerziehende gelten als überschuldet.

Die Armutsquote unter den Alleinerziehenden betrug 2016 33 Prozent und lag damit 4 Prozent unter dem Wert von 2011. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamts, führte diesen Rückgang auf die familienpolitischen Maßnahmen der vergangenen Jahre zurück.

Auch auf dem Arbeitsmarkt haben Alleinerziehende einen schweren Stand. Die meisten erwerbstätigen Mütter unter ihnen arbeiten in Teilzeit. 25 Prozent der betroffenen Frauen sind arbeitslos, 55 Prozent von ihnen möchten eine Arbeit aufnehmen. Alleinerziehende Väter arbeiten doppelt so oft Vollzeit wie Mütter.

Politiker der Opposition machten die Regierung für die schwierige Lage verantwortlich. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, warf der Bundesregierung in der Passauer Neuen Presse vor, Alleinerziehende und ihre Kinder im Stich zu lassen. "Wir haben in Deutschland eine gute Wirtschaftslage, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, und trotzdem ist jede dritte Alleinerziehende von Armut bedroht. Das macht mich wütend, denn die Zahlen sind erschreckend."

Göring-Eckardt wies darauf hin, dass bestimmte familienpolitische Maßnahmen bei den Betroffenen nicht ankämen, die Hartz beziehen, weil diese Leistungen sofort verrechnet würden. "Wir brauchen eine umfassende Kindergrundsicherung. Als ersten Schritt brauchen wir dazu eine Reform des Kinderzuschlags", forderte Göring-Eckardt.

Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der Linksfraktion, griff auf Twitter direkt Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Merkel lasse die über eine Million Alleinerziehende und ihre Kinder seit Jahren wissentlich im Stich. Seit langem sei bekannt, dass sie unter Armut litten, so Wagenknecht, geändert worden sei nichts.

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