Falkland-Krieg: Freigegebene Akten decken Gründe für Versenkung britischer Kriegsschiffe auf

Falkland-Krieg: Freigegebene Akten decken Gründe für Versenkung britischer Kriegsschiffe auf
Die HMS Sheffield wurde im Falkland-Krieg versenkt.
Im Jahr 1982 versenkte eine argentinische Rakete während des Falkland-Krieges einen britischen Zerstörer. Erst jetzt veröffentlichte die Regierung in London einen Bericht über die Ursachen des Vorfalls. Dieser wirft ein schlechtes Licht auf die Besatzung.

Nach drei Jahrzehnten der Geheimhaltung hat die britische Regierung nun Dokumente veröffentlicht, die eine lange Liste von Fehlern der britischen Marineführung erkennen lassen. Sie geben Aufschluss darüber, wie es dazu kam, dass der Zerstörer HMS Sheffield der Royal Navy während des Falkland-Krieges von Argentinien versenkt werden konnte. Bei dem Vorfall starben 20 Militärs und 26 wurden verletzt.

Die Ergebnisse einer Untersuchung des Schiffes, das 1982 von einer argentinischen Exocet-Rakete getroffen wurde, hat die Regierung in London nun am Sonntag, 35 Jahre nach dem Ereignis, freigegeben.

"Gelangweilte" Offiziere tranken Kaffee

Sie zeigen, dass das Schiff auf einen solchen Angriff nicht vorbereitet war. Einige Mitglieder der Besatzung sollen "gelangweilt" gewesen sein und der diensthabende Offizier "einen Kaffee getrunken haben", als die Rakete einschlug.

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Ein Originalbericht, der seit kurzem der Öffentlichkeit zugänglich ist, ließ Schlüsseldetails erkennen, zu denen auch die Tatsache gehörte, dass zwei verantwortliche Offiziere "der Nachlässigkeit schuldig gesprochen wurden", berichtet The Guardian.

Auch hinsichtlich der Feuerlöschausrüstung gab es "kritische Mängel".

Andere Erkenntnisse des Berichts "Secret-UK Eyes Bravo" schließen Offiziere auf dem Schiff mit ein, die vom Anblick der Raketen so "gebannt" waren, dass sie keine Warnung an die Schiffsbesatzung weitergaben.

Die Analyse machte menschliches Versagen in großem Stil für die Ereignisse verantwortlich.

Unerfahrenheit und inadäquates Vorgehen

Es zeigte sich, dass die HMS Glasgow das sich nähernde Flugzeug nicht erkennen und der Offizier in den Operationsräumen "teils durch Unerfahrenheit, vor allem aber durch inadäquates Vorgehen" nicht reagieren konnte.

Sam Salt, Kapitän an Bord der HMS Sheffield, wurde als Offizier "mit wenig oder gar ohne relevante Erfahrung mit Überwasserschiffen" beschrieben.

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Die Verantwortlichen hätten Maßnahmen wie die Entsendung der Besatzungsmitglieder zu "Einsatzstationen" ergreifen können oder die Hinwendung des Schiffes zu den Exocet-Raketen, um deren Profil zu "verengen". Diese hätte helfen können, den Schaden zu minimieren.

Erstes versenktes Navy-Schiff seit Zweitem Weltkrieg

Das Schiff wurde aber auf Steuerbord getroffen und riss ein 15 Fuß (etwa 4,57 Meter) langes und vier Fuß (1,2 Meter) hohes Loch auf. Zwei Tage lang wütete ein Feuer auf dem Schiff. Fast eine Woche später sank das Schiff, während es gen Land abgeschleppt wurde. Die Reaktion der Feuerwehrleute an Bord wurde als "unkoordiniert" bezeichnet. Der Zerstörer vom Typ 42 war das erste versunkene Schiff der Royal Navy seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der Bericht zeigte zudem, dass der Flugabwehr-Offizier nicht glaubte, dass sich das Schiff in Reichweite der Super-Étendard-Jets Argentiniens befand, weil eine geheimdienstliche Stellungnahme dazu zu kryptisch blieb.

Einen weiteren eklatanten Fehler leisteten die Verantwortlichen für das Radar an Bord des Schiffes. Diese hätten das Flugzeug kommen sehen müssen, haben die Szenerie jedoch durch eine Übertragung zu einem anderen Schiff ausgeblendet.