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1.600 Euro fürs Nichtstun: Hamburger Stipendium zieht Bewerber aus aller Welt an

1.600 Euro fürs Nichtstun: Hamburger Stipendium zieht Bewerber aus aller Welt an
Projektinitiator Friedrich von Borries am 15. September in Hamburg
Auch wenn sie nichts tun wollen – einen Brief schreiben mussten sie trotzdem: Für das in Hamburg vergebene Stipendium für Nichtstun haben sich bis zum Einsendeschluss am Dienstag rund 1.700 Interessenten beworben. Die Vielfalt der Zuschriften war dabei die größte Überraschung.

Eine Inderin, die sich nicht mehr rechtfertigen möchte, ein afroamerikanischer Pfarrer, der sich nicht mehr fürchten will oder eine deutsche Lehrerin, die sich wünscht, keinen Müll mehr zu produzieren. Das Stipendium für Nichtstun der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) ist weltweit auf Interesse gestoßen. Die große Zahl und Vielfalt der Bewerber habe ihn absolut überrascht, erklärte Projektinitiator Friedrich von Borries: "Aus allen Teilen der Welt haben wir Bewerbungen bekommen". Die Bewerbungsfrist endete am Dienstag. Bis zum Einsendeschluss der ungewöhnlichen Aktion haben sich ihm zufolge rund 1.700 Menschen beworben.

Aus Hongkong haben sich zum Beispiel Demokratieaktivisten beworben, die ihre Mitstreiter im Fall einer Festnahme nicht verraten wollen. "Gleichzeitig bekommen wir aber auch die Bewerbungen, die ich ein Stück weit erwartet habe", sagt von Borries und nennt beispielhaft Kapitalismuskritik ("Ich möchte nicht mehr arbeiten für eine bestimmte Zeit") oder Esoterisches ("Ich möchte keine negativen Stimmungen mehr haben"). "Also eine ganz große Bandbreite von ökologischen bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen", fasst er zusammen.

Aus der Fülle der Bewerbungen wird die Jury nun drei Gewinner küren. Jeweils ein Betrag von 1.600 Euro erwartet die drei Stipendiaten, die Anfang November bekannt gegeben werden. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass sie nach Abschluss des Müßiggangs einen Bericht abliefern. Bei dem Stipendium handele es sich nicht um eine Karriereförderung, sondern um einen Impuls, Leute zu unterstützen, in eine andere Richtung zu denken. "Das können auch gerne Leute sein, die sich auf das Sofa setzen und die Beine hochlegen", so der Hochschullehrer. Aber keine Bewerbung sei umsonst, betont von Borries. Alle Pläne für das Nichtstun würden im Rahmen der Ausstellung präsentiert. Das Geld habe die Leinemann Stiftung zur Verfügung gestellt.

Überraschend für von Borries war auch das weltweite mediale Interesse an dem Stipendium. Er hat nach eigenen Angaben Interviews mit Nachrichtensendern aus Indien, China, Russland, Bulgarien und Afrika geführt. Anfeindungen habe es hingegen kaum gegeben.

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