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Filmförderung: "Diversity Checklist" als Merkmal der freien Kunst?

Filmförderung: "Diversity Checklist" als Merkmal der freien Kunst?
Symbolbild: Am Hamburger Rathaus weht eine Regenbogenfahne,
Eine neue Checklist zur Filmförderung in Hamburg und Schleswig-Holstein fragt die Antragsteller: Gibt es im geplanten Projekt People of Colour? Muss das Liebespaar immer Mann und Frau sein? Und sind Menschen mit Behinderungen am Dreh beteiligt?

von Jens Zimmer 

Die "Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein GmbH" (FFHSH) hat eine verpflichtende "Diversity Checklist" eingeführt. Wer dort mit einem Projekt vorstellig wird, ist zukünftig angehalten, diese Liste abzuarbeiten.

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Mit Verlaub: Was genau wird dort eigentlich gefördert? Offenbar geht es um mehr als nur um "Filme". Es geht auch um gewisse gesellschaftliche Vorstellungen. Um Politik und Ideologie in Form vermeintlich benachteiligter Minderheiten. Also Personen, deren Förderung nicht mehr allein von individueller Leistung, Qualifikation, Kreativität und Einsatz abhängt – sondern auch von Geschlecht, Hautfarbe, Migrationshintergrund und sexueller Orientierung. 

Seit bald hundert Jahren liest man in einem Filmabspann Begriffe wie:

  • Regie
  • Kamera
  • Licht
  • Musik
  • Kostüme
  • Ton

Wie lange noch? Zukünftig stehen dort eventuell Begriffe wie:

  • schwarz
  • schwul
  • Flüchtling
  • Rollstuhlfahrer
  • Frau

In ihrer jeweiligen Kategorie werden die Mitwirkenden dann aufgelistet. Es sind die neuen Kernkompetenzen, auf die es nun ankommt. 

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Unterstützt wurden von der "Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein GmbH" auch die Filme "Gegen die Wand" und "Systemsprenger". Und dafür danke ich. Von beiden bin ich aufrichtig begeistert. Vielen Dank für diese großartige Kunst! 

Aber wäre das auch heute noch möglich? Es gibt viel ärmere Schweine als diesen türkischen Regisseur Fatih Akin. In der großen "Ich werde benachteiligt"-Olympiade belegt dieser keinen vorderen Platz. Schon wegen seiner Genitalien. Jede fremdländische Regisseurin mit Kamerafrau und kleinwüchsigem Beleuchter könnte ihm die Förderung kurzerhand wegschnappen. Sie wäre "qualifizierter". 

Wenn man nicht dafür zahlen müsste, könnte einem das Thema beinahe egal sein. Das satte Budget dieser Förderungs-GmbH setzt sich jedoch zu einem guten Teil aus Steuern und Rundfunkgebühren zusammen. Dementsprechend sehen der Aufsichtsrat und die verschiedenen Gremien dann auch aus. Mehrheitlich Politiker, Beamte und Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Also Berufszweige ohne jegliches Sendungsbewusstsein. Die wollen ganz bestimmt nur gute Filme machen! 

So wie Helge Albers, der verantwortliche Geschäftsführer der FFHSH. Die Qualifikation des Mannes anzuzweifeln, steht mir nicht zu. Da bin ich Laie. Es gibt aber andere Dinge, die ich sehr wohl beurteilen kann. Zum Beispiel, wo "Filmförderung" endet und wo "Politik" beginnt. Nämlich genau dort, wo Albers sagt

Uns ist vor allen Dingen wichtig, dass die Antragsteller sich mit ihren Stoffen gerade im Hinblick auf Diversität auseinandersetzen – und die aufgeworfenen Fragen erst mal überhaupt eine Beantwortung finden.

Das soll "wichtig" sein? Über die Filmförderung geht das aber weit hinaus. Hier wird eindeutig auf die Inhalte der Filme Einfluss genommen. Egal, wie harmlos man das auch umschreiben mag. Wenn wir Kunst und Kultur einsetzen, um in der Bevölkerung bestimmte Wertvorstellungen zu implantieren, dann ist das weder frei noch rechtschaffen noch gut.  

Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, ist der gewiss vollkommen neutrale Aufsichtsratsvorsitzende der FFHSH. Gegenüber dem Deutschlandfunk erklärt er: "Kunst darf weh tun." 

Ja, aber wem?

Feuerwehrmann Sam ist im Hafenstädtchen Pontypandy mit seinem Team stets im Einsatz.

Brosda sagt nur so viel, dass die "Freiheit der Kunst" unbedingt gewahrt bleiben müsse. Und was eignet sich da besser als Listen und Quoten? Sowie der Zwang, den Stoff hinsichtlich "Diversität" genauestens zu prüfen? Das muss diese Kunstfreiheit sein. 

Brosdas Stellvertreterin ist die Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg Sabine Rossbach. Dann wäre da noch die Leiterin der Kulturabteilung des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein. Dann eine Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg. Dann eine Juristin vom ZDF, ein Mann vom NDR, noch einer vom NDR und so weiter und so fort ... 

Denken Sie das Gleiche wie ich? Das sind alles vollkommen unverdächtige Förderer einer freien Kunst, die wehtun darf! 

Nur nicht ihnen selbst. Nicht ihrer Politik, nicht ihren Überzeugungen, nicht ihrer Ideologie. Diesbezüglich ist die freie Kunst vielmehr das Vehikel gewisser Vorstellungen. Wenn Sie sich jemals gefragt haben, warum Kunst und Kultur nur noch eine Botschaft vermitteln – hier haben Sie die Antwort! Man braucht nämlich nur entsprechend zu "fördern". Alles andere verkümmert oder ist ganz einfach keine freie Kunst mehr. Denn wirklich freie Kunst muss anderen wehtun! Und dafür gibt es dann auch Geld. Sofern man "qualifiziert" ist, versteht sich.

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