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Deutscher App-Entwickler: Weder Apple noch Google vertrauenswürdig bei Corona-Daten

Deutscher App-Entwickler: Weder Apple noch Google vertrauenswürdig bei Corona-Daten
"Don't be evil" hieß es früher bei Google. Nun lautet das Motto "Do the right thing". Doch Vorsicht beim Umgang mit den Daten durch Google und Co. ist laut Experten angebracht.
Die Bundesregierung setzt auf eine Smartphone-App zur Eindämmung der Corona-Krise. Die Entwicklungen dazu laufen auf europäischer Ebene und gemäß EU-Datenschutzregeln. Auch die dominierenden US-Riesen Apple und Google bereiten Corona-Anwendungen vor. Dabei ist Vorsicht geboten.

Ein deutscher App-Entwickler hat davor gewarnt, dass die Corona-Krise infolge der Krankheit COVID-19 den Technologieriesen im US-amerikanischen Silicon Valley eine perfekte Tarnung bietet, um persönliche Daten aufzusaugen. Doch während die Regierung Möglichkeiten hätte, zum Schutz der Daten einzugreifen, sind die US-Internetkonzerne nicht dafür bekannt, sich gegenüber offiziellen Stellen entsprechend zu verhalten.

Singapur hat es mit

Apple und Google stellten in der vergangenen Woche eine App vor, die über Bluetooth-Verbindungen die Verbreitung testpositiver Corona-Fälle verfolgt. Das heißt, die App verfolgt, ob ein Smartphone-Nutzer mit einem anderen, testpositiven Nutzer in Kontakt gekommen ist. Ähnlichen Apps, die in Südkorea und Singapur eingeführt wurden, wird das Verdienst zugeschrieben, die Ausbreitung der neuen Krankheit COVID-19 aufgehalten zu haben.

In Europa ist die Einführung solcher Apps auf Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes gestoßen.

Wir halten es nicht für die beste Lösung, dass Google und Apple den Server besitzen, auf dem alle Kontakte sowie der medizinische Status von Bürgern aus aller Welt hochgeladen werden", sagte Julian Teicke, einer der Leiter der deutschen Startup-Initiative 'Gesund zusammen', gegenüber Reuters.

Teicke fügte hinzu:

Was wir brauchen, ist eine unabhängige Partei, die den Regierungen eine Art Kontrolle darüber ermöglicht, was mit diesen medizinischen Daten und Kontaktdaten geschieht.

Die gesammelten Daten werden nicht auf einem physischen Server an einem physischen Ort gespeichert, sondern in der sogenannten Cloud. Die Firmen behaupten, diese Speicherung geschehe anonymisiert und werde nach 14 Tagen gelöscht. Im Gegensatz dazu würde eine federführend von Deutschland mitentwickelte Plattform (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing, PEPP-PT) die Daten an einem zentralen Ort speichern und den europäischen Datenschutzgesetzen (General Data Protection Regulation, GDPR) entsprechen. Mehrere europäische Länder, darunter Frankreich, Deutschland und Irland, entwickeln derzeit Apps auf der PEPP-PT-Plattform.

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Allerdings verwendet fast jedes Smartphone in Europa Googles Android oder Apples iOS als Betriebssystem. Beide Unternehmen haben erklärt, dass die Funktionalität zur Kontaktverfolgung schließlich standardmäßig in diese Betriebssysteme eingebaut werden soll. Apple und Google haben versichert, dass diese Tracking-Technologie nach Abflauen der Corona-Krise ferngesteuert deaktiviert wird. Bis dahin soll sie auf einer strikten "Opt-in"-Basis funktionieren, wozu das europäische GDPR-Gesetz die Technologieanbieter verpflichtet.

Aber das Silicon Valley hat eine dürftige Erfolgsgeschichte, wenn es um die Wahrung der Privatsphäre geht. Apple präsentiert sich zwar als verantwortungsbewusst beim Umgang mit Benutzerdaten und verweigerte der US-Bundespolizei (FBI) bekanntlich den Zugriff auf die Telefone von Terrorverdächtigen. Doch hinter den Kulissen hat das Unternehmen Berichten zufolge Planungen eingestellt, die es Nutzern erlauben sollten, Backups ihrer Telefondaten zu verschlüsseln, nachdem es von FBI-Agenten unter Druck gesetzt wurde. Angesichts der Tatsache, dass mehrere Regierungen die Verletzung von Quarantänemaßnahmen kriminalisiert haben, muss in Betracht gezogen werden, dass Apples Daten zur Kontaktverfolgung zur Identifizierung von Gesetzesbrechern verwendet werden könnten.

Edward Snowden nimmt kein Blatt vor den Mund, um vor den digitalen Hilfsmitteln zu warnen, die angesichts von COVID-19 erwogen werden. (Symbolbild)

Google hingegen ist ein datenhungriger "Big Brother" mit Fähigkeiten, von denen George Orwell nicht zu träumen gewagt hätte. Alles, wonach Sie jemals auf einem Ihrer Geräte gesucht haben, wird von Google aufgezeichnet und gespeichert – jede besuchte Webseite, jedes Foto und jede Nachricht, die über Apps gesendet werden, jede Datei, die auf Google Drive gespeichert oder bearbeitet wird, und jede Reise, die über Google Maps organisiert wird.

Google erklärt, dass die Daten nicht mit Ihnen als Person in Verbindung gebracht werden – stattdessen werden sie mit Ihrer "Werbe-ID" verknüpft und nur dann freigegeben, wenn Sie dies wünschen. Es sei denn, eine Regierungsbehörde fordert Google auf, die Daten weiterzugeben. Dies geschah in der ersten Hälfte des letzten Jahres 165.000 Mal, wobei Google drei Viertel dieser Anfragen bewilligte.

Alarmierend ist insbesondere, dass die Firma vor Kurzem überführt wurde, dass sie detaillierte medizinische Aufzeichnungen – einschließlich Namen, Krankenhausunterlagen, Diagnosen und Laborergebnisse – von Millionen US-Amerikanern ohne deren Zustimmung gesammelt hat. Obwohl Google darauf hinweist, dass dieses Vorgehen legal war, versuchte der Datenriese dennoch, die Angelegenheit über ein Jahr lang unter Verschluss zu halten.

Wenn die Datenerfassung im Zeitalter von COVID-19 unvermeidlich sein soll, müssen Gesetzgeber und Bürger jetzt entscheiden, wem sie den Umgang mit diesen Daten anvertrauen: dem alten "Big Brother" der Regierung oder den neuen Daten-Kraken des Silicon Valley. Wenn man sich für Letzteres entscheidet, täten die Verfechter des Datenschutzes gut daran, sich die Geschichte dieser Firmen anzuschauen, insbesondere im Hinblick auf sensible medizinische Daten.

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