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Paris: Demonstration gegen Islamophobie mit Davidstern auf der Brust

Paris: Demonstration gegen Islamophobie mit Davidstern auf der Brust
Symbolbild: Holocaustüberlebender mit Davidstern in Yad Vashem, Jerusalem, Israel, 2. Mai 2011
Zum Entsetzen jüdischer Organisationen marschierten Muslime französische Flaggen schwenkend und mit dem Davidstern ähnlichen Aufklebern auf der Brust gegen Islamophobie durch Paris. Damit wollten sie ihre Ausgrenzung aus der französischen Gesellschaft anprangern.

In Frankreich leben im Vergleich zu den anderen westlichen Ländern die meisten Muslime (Rund 8,8 Prozent der Gesamtbevölkerung). Nach der katholischen Religion ist der Islam dort die zweithäufigste Glaubensrichtung. Jüdischen Glaubens sind nur 0,73 Prozent der Gesamtbevölkerung. 

Der dem Davidstern ähnelnde Aufkleber beim "Marsch gegen Islamophobie" am Sonntag, den die muslimischen Demonstranten auf ihre Brust klebte hatten, unterschied sich von der den Juden durch die Nationalsozialisten aufgezwungene Kennzeichnung durch die Anzahl der Zacken. Statt sechs Zacken hat dieser nur fünf.

Einige der Demonstranten ergänzten ihn durch einen Halbmond und die Aufschrift "Muslim". Aufgerufen zum Protest hatte das "Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich" (CCIF). Anlass waren Schüsse auf eine Moschee im französischen Bayonne und ein Übergriff auf eine muslimische Frau. Rund 10.000 Menschen nahmen an dem Protest in Paris teil. Auch in Marseille wurde demonstriert. 

Mit Hakenkreuzen geschändete Gräber auf dem jüdischen Friedhof in Quatzenheim bei Straßburg, Frankreich, am 19. Februar 2019.

Der Präsident des Jüdischen Sozialfonds in Frankreich Ariel Goldmann wies darauf hin, dass kein in Frankreich lebender Muslim das erleiden müsse, "was unsere Eltern während des Zweiten Weltkriegs erlitten haben". Ein Imam aus Bordeaux beschwichtigte, dass die Protestierenden wohl nicht um die jüdische Geschichte wüssten. 

Bilder von der Demonstration: 

Unter die Demonstranten mischten sich Femen-Aktivistinnen, um für das Recht auf Blasphemie zu protestieren: 

Die französische Staatssektretärin für die Gleichstellung der Geschlechter Marlène Schiappa bezeichnete die Demonstration als Protest gegen die Säkularität unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Diskriminierung. 

Zu Kritik führte, dass einige der teilnehmenden Gruppen einen salafistischen Hintergrund oder Verbindungen zur Muslimbruderschaft haben. 

Die Zahl der Franzosen jüdischen Glaubens, die auch in Frankreich leben, nimmt seit dem Jahr 2000 ab. Der jiddische Ausdruck "Sorglos wie ein Jude in Frankreich" (abgewandelt aus "Lebn vi Got in Frankraykh" – Leben wie Gott in Frankreich) erscheint nicht mehr aktuell. Die Mehrheit geht in die USA oder nach Israel. Als Grund für die Auswanderung werden oft antisemitische Übergriffe genannt. 

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