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Russischer Journalist Wyschinskij: Mein Fall ist eine Schande für die Ukraine

Seit über einem Jahr wird in der Ukraine der russische Journalist Kirill Wyschinskij festgehalten. Man beschuldigt ihn des Verrats und der Unterstützung der selbsternannten Donbass-Republiken. Wyschinskij bezeichnet seinen Fall als politisch und sieht sich unschuldig.
Russischer Journalist Wyschinskij: Mein Fall ist eine Schande für die UkraineQuelle: Sputnik

Kirill Wyschinskij, der Bürochef der ukrainischen Abteilung der Nachrichtenagentur RIA NOWOSTI, ist seit über einem Jahr in der Ukraine inhaftiert. Nun hat er erklärt, dass sein Fall politischer Natur sei. In einem Interview sagte er:

Vier Jahre lang hat es niemanden interessiert, dass wir angeblich systematisch den ukrainischen Staat zerstören. Das Motiv für meine Inhaftierung war absolut politisch.

Seiner Meinung nach mussten ihn die ukrainischen Behörden in Haft halten, um mit ihm einem möglichen Austausch zu "erpressen". Außerdem äußerte er die Hoffnung, die neue ukrainische Führung werde verstehen, dass sein Fall eine Schande für das Land sei.

Der Fall Kirill Wyschinskij

Der Leiter der ukrainischen Nachrichten- und Analyse-Website von RIA Nowosti wurde am 15. Mai 2018 in Kiew festgenommen. Er wird des Verrats und der Unterstützung der selbsternannten Donbass-Republiken beschuldigt. Der Journalist muss mit bis zu 15 Jahren Gefängnis rechnen.

Während einer Gerichtsverhandlung bat Wyschinskij Wladimir Putin um Hilfe und sagte, er sei bereit, auf seine ukrainische Staatsbürgerschaft zu verzichten.

Der russische Präsident nannte die Situation beispiellos und wies darauf hin, dass der Journalist wegen seiner beruflichen Tätigkeit verhaftet worden sei.

OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger äußerte sich besorgt darüber, dass alle Mitgliedsstaaten der Organisation internationale Standards einhalten und sich nicht in die Arbeit von Medien einmischen sollten.

Im April 2019 unterzeichneten mehr als 250 Journalisten aus Russland und der ganzen Welt einen Appell an den neuen ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij, Wyschinskij freizulassen.

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