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Deutsche statt griechischer Flagge: Bundeswehrsoldaten sorgen auf Insel Kreta für Eklat

Deutsche statt griechischer Flagge: Bundeswehrsoldaten sorgen auf Insel Kreta für Eklat
Flaggen der EU, Deutschlands und Griechenlands wehen während des offiziellen Besuchs des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am 11. Oktober 2018 in Athen. (Symbolbild)
In einem Schnellverfahren erhielten zwei deutsche Bundeswehrsoldaten auf der griechischen Insel Kreta Bewährungsstrafen wegen Verunglimpfung nationaler Symbole. Die Männer hielten sich in einem NATO-Trainingszentrum auf und werden nun zurückgeholt.

Bundeswehrsoldaten sorgten in der Nähe der Hafenstadt Chania auf der griechischen Insel Kreta für einen Eklat. Bei einer Wandertour zu einem bekannten Aussichtspunkt am vergangenen Sonntag hatten sie eine dort gehisste griechische Fahne eingeholt und sie durch eine deutsche ersetzt, berichtete der Nachrichtensender Skai. Die griechische Flagge ließen sie unweit der Stelle mit einem Stein beschwert am Boden liegen. Der griechischen Zeitung To Proto Thema zufolge waren zunächst fünf Männer – Marinesoldaten von einem nahe gelegenen NATO-Stützpunkt – an dem Vorfall beteiligt. Bewohner hatten die Szene gesehen und die Männer daraufhin empört zur Rede gestellt. Zugleich riefen sie auch die Polizei.

Freiwillige der belgischen Waffen-SS.

Drei konnten fliehen, während zwei 23-Jährige verhaftet wurden. Am Montag wurden sie dann in einem Schnellverfahren wegen Verunglimpfung nationaler Symbole zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Während anfangs von Touristen die Rede war, stellte sich später heraus, dass es sich bei den Männern um Bundeswehrsoldaten handelt. Die Marine in Rostock teilte am Dienstag mit, dass die beiden Soldaten wegen des Vorfalls nach Deutschland zurückgeholt werden sollen.

Bewährungsstrafe als "Streicheleinheit" kritisiert

In den sozialen Medien sorgte dann die Bewährungsstrafe für scharfe Kritik, die als "Streicheleinheit" bezeichnet wurde. 

Die große Empörung auf der Insel über die Aktion der Bundeswehrsoldaten dürfte damit zusammenhängen, dass sich am 20. Mai zum 78. Mal die "Schlacht um Kreta" jährt. 1941 wurde die Insel von der Wehrmacht erobert und blieb bis 1945 besetzt. Die Schlacht gilt als eine der brutalsten Luftlandeoperationen des Zweiten Weltkriegs. Die extrem hohen Verluste auf deutscher Seite – Tausende Soldaten sind gefallen – und die erbitterte Gegenwehr der Kreter lösten auf deutscher Seite eine brutale Terrorwelle gegen die Zivilbevölkerung aus. Im anschließenden Partisanenkampf kamen zudem viele Kreter ums Leben.

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