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Deutschland zahlt immer noch Rente an belgische Nazi-Schergen

Deutschland zahlt immer noch Rente an belgische Nazi-Schergen
Freiwillige der belgischen Waffen-SS.
Laut Medienberichten erhalten einige Belgier, die Hitler damals die Treue geschworen hatten, immer noch Geld aus Deutschland. Ein Dekret hatte ihnen Zahlungen für "Treue, Loyalität und Gehorsam" garantiert. Ein Hohn nicht nur für die belgischen Zwangsarbeiter.

von Timo Kirez

Wie die flämische Tageszeitung De Morgen berichtet, erhalten 27 Belgier weiterhin jeden Monat zwischen 425 und 1.275 Euro von der deutschen Regierung. Die Zahlungen sollten durch ein Dekret aus der Nazizeit jederzeit ihre "Treue, Loyalität und Gehorsam" gegenüber Adolf Hitler belohnen. Offenbar gehen die Zahlungen auch 74 Jahre nach der Zerschlagung des "Dritten Reiches" ungerührt weiter.

De Morgen zitiert den Forscher Alvin de Coninck, der erklärte, dass diejenigen, die für die "Hitler-Rente" in Frage kamen, solche Bewohner der belgischen Grenzregionen waren, die während der Nazi-Besetzung die deutsche Staatsangehörigkeit erwarben. Andere waren und blieben Belgier, die sich der Waffen-SS oder anderen Zweigen des Militärs der deutschan Okkupanten anschlossen.

Hans Globke (R) war 10 Jahre lang, von 1953 bis 1963, Chef des Kanzleramts und engster Berater von Kanzler Konrad Adenauer (L). Von 1934 an galt er als

Es gäbe eine besonders traurige Ironie in der Geschichte, bedauert de Coninck, der auch für einen lokalen Verband von Überlebenden deutscher Konzentrationslager arbeitet. Jene Belgier, die während der Besatzungszeit gezwungen wurden, in Deutschland zu arbeiten, erhielten nach dem Krieg lediglich 50 Euro pro Monat als Entschädigung, während die 27 Empfänger von Hitlers "Treuegeld" dieses zusätzliche Einkommen nicht einmal versteuern mussten, da die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland die Personalien der Empfänger nicht an die belgische Regierung weitergab.

Die jüngste Enthüllung sorgte in Belgien für großes Aufsehen. Lokale Abgeordnete fordern, die bizarre Regelung einzustellen. Am Dienstag wurde im Parlament eine Resolution eingebracht, in der die Regierung aufgefordert wurde, "dieses Problem dringend mit diplomatischen Mitteln anzugehen". Doch deutsches Geld floss ja nicht nur nach Belgien: Im Jahre 2015 stellte sich heraus, dass ebensojährlich rund 100.000 Euro an jene Spanier gezahlt wurde, die in der berüchtigten "Blauen Division" gekämpft hatten. Die Blaue Division (Spanisch: División Azul) war die 250. Infanterie-Division in der Wehrmacht Nazi-Deutschlands.

Eine Einheit spanischer Freiwilliger und Wehrpflichtiger, die während des Zweiten Weltkriegs in der Wehrmacht an der Ostfront diente und zwischen 1941 und 1944 so auch gegen die Rote Armee kämpfte. Das Geld aus Deutschland wurde auf 41 Veteranen, acht Witwen und ein Waisenkind verteilt. "Es ist eine absolute Schande zu wissen, dass die deutsche Regierung immer noch an Nazi-Freiwillige zahlt", sagte der Abgeordnete Jon Inarritu von der linken baskischen Partei Amaiur der Zeitung "The Local" seinerzeit. Und er ergänzte: "Es macht keinen Sinn, verstößt gegen EU-Recht und dient dazu, Opfer des Faschismus zu demütigen".

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