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Zu Ehren der historischen Intervention 1999 gegen Jugoslawien: Kosovo erklärt 2019 zum Jahr der NATO

Zu Ehren der historischen Intervention 1999 gegen Jugoslawien: Kosovo erklärt 2019 zum Jahr der NATO
Ein Soldat der KFOR-Truppen in Pristina im Jahr 2014, einer multinationalen militärischen Formation unter der Leitung der NATO.
Der kosovarische Präsident Thaçi erklärte 2019 zum NATO-Jahr. Damit will die ehemalige serbische Provinz, die sich 2008 einseitig für unabhängig erklärt hatte, die "humanitäre NATO-Intervention" gegen Jugoslawien 1999 würdigen. Albanien begrüßte den Beschluss.

Am 24. März jährt sich zum 20. Mal der militärische Einsatz der NATO gegen das damalige Jugoslawien, der ohne Mandat der UNO stattgefunden hatte. Der jugoslawischen Führung unter Slobodan Milošević wurde Vertreibung und Ermordung kosovo-albanischer Bevölkerungsteile vorgeworfen. Belgrad sprach dagegen vom Kampf gegen die Separatistenmiliz UÇK auf ihrem Staatsgebiet. Die NATO wolle mit Luftschlägen gegen "militärische Ziele" weitere "schwere und systematische" Verletzungen der Menschenrechte unterbinden und eine humanitäre Katastrophe im Kosovo verhindern, sagte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Das Hauptquartier der jugoslawischen Streitkräfte im Zentrum von Belgrad. Das Gebäude wurde im Zuge der NATO-Luftangriffe im Jahr 1999 zerstört. Das Foto wurde im Juni 2006 aufgenommen. Die Ruine steht bis zum heutigen Tage.

NATO habe Kosovo Frieden gebracht

Nun, fast 20 Jahre nach der Bombardierung, erklärte der Präsident der sich inzwischen für unabhängig erklärten serbischen Provinz Kosovo, Hashim Thaçi, dass 2019 diesbezüglich zum Jahr der NATO wird.

In diesem Jahr jährt sich die humanitäre NATO-Intervention im Kosovo zum 20. Mal, die nach den Massakern, ethnischen Säuberungen und Verbrechen der serbischen Streitkräfte an der Zivilbevölkerung im Kosovo und nach dem Scheitern der globalen diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung für das Kosovo stattfand", heißt es in einer Erklärung.

Die NATO-Aktion von 1999 hätte dem Kosovo den Frieden gebracht und das kosovarische Volk werde "den NATO-Mitgliedsstaaten für ihre Unterstützung auf ewig dankbar sein", so Thaçi, ein früherer UÇK-Kommandant. 

Die Initiative des kosovarischen Präsidenten stieß im Nachbarland Albanien auf Unterstützung. Der albanische Premierminister Edi Rama begrüßte die Idee des kosovarischen Präsidenten. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Rama:

Ich begrüße Thaçis Idee, 2019 zum Jahr der NATO zu erklären, 20 Jahre nach der historischen Intervention der Allianz im Kosovo. Dieses Jahr fällt mit dem zehnten Jahrestag des Beitritts Albaniens zusammen.

Zudem rief Rama dazu auf, den Grenzübergang zwischen Albanien und Kosovo in Morina nach dem Schengen-Prinzip zu öffnen. 

Während der 79 Tage andauernden NATO-Angriffe kam es neben der Zerstörung zahlreicher Brücken, Flughäfen, Öl- und Munitionslager auch zu den sogenannten "Kollateralschäden". Zivile Ziele wie Schulen, Krankenhäuser und Wohnsiedlungen wurden zerstört, tausende Menschen getötet. Nach offiziellen serbischen Angaben starben während der NATO-Luftschläge rund 2.500 Zivilisten. Eines der jüngsten Opfer war das dreijährige serbische Mädchen Milica Rakić, das in der Nähe von Belgrad, im Badezimmer auf einem Töpfchen sitzend, von einem Splitter tödlich verletzt wurde.

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Auch die kosovo-albanische Bevölkerung hatte hunderte zivile Opfer der NATO-Bombardierung zu beklagen. Allein bei einem Angriff auf das Dorf Koriša bei Prizren, im Süden der Provinz, sollen "versehentlich" mindestens 70 kosovo-albanische Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, getötet worden sein.

Der NATO-Krieg gegen das damalige Rest-Jugoslawien (Serbien und Montenegro) erzwang den Abzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo. Obwohl die NATO-geführte internationale Schutztruppe KFOR daraufhin in der Provinz stationiert wurde, um für die Sicherheit zu sorgen, flüchteten über 200.000 Serben aus dem Kosovo. Heute leben in der Provinz rund 1,8 Millionen Menschen, davon rund 100.000 Serben. Vor zehn Jahren erklärte sich Kosovo für unabhängig, wird aber weiterhin nicht von Serbien als Staat anerkannt.

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