Großbritannien: Verschleppte und versklavte Kinder schuften auf illegalen Cannabis-Plantagen

Großbritannien: Verschleppte und versklavte Kinder schuften auf illegalen Cannabis-Plantagen
Kinder werden aus Ländern wie Vietnam nach Großbritannien verschleppt, um auf Hunderten von Cannabis-Plantagen rund um London zu schuften, sagen Experten. Seit 2016 machte Scotland Yard durchschnittlich alle zwei Tage dort illegale Plantagen ausfindig.

Mit der Entdeckung illegaler Züchtungen der Pflanzen treffen die Ermittler immer wieder auch auf Kinder, die dort gleichsam als Sklaven gehalten werden. Sie leben teils unter gefährlichen Bedingungen. Besonders häufig werden vietnamesische Jungen als Sklaven gehalten. Teenager werden damit beauftragt, die Anlagen zu überwachen, falls sich rivalisierende Banden nähern. Fand man die illegalen Cannabis-Anbaustätten früher eher in Industriegebieten, sind sie heute häufiger auf Dachböden von Wohnhäusern zu finden.

Mehr als 2.000 Opfer von mutmaßlichem Kinderhandel wurden im vergangenen Jahr an Behörden in Großbritannien übergeben - ein Anstieg von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Mehrheit der Betroffenen besteht aus Opfern sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit oder einer anderen Form der häuslichen Versklavung. 

Quelle: Screenshot Vimeo

Kriminalkommissar Lee Hill, erklärte gegenüber dem Evening Standard

Ich habe Kinder gefunden, die ausgebeutet werden. Die sind dort, um das Eigentum zu bewachen. 

Besonders im Süden Londons, in Croydon, wurden überdurchschnittlich viele Cannabis-Plantagen entdeckt. Hill weist darauf hin, dass dort die Kriminalitätsrate hoch ist und es viel Bandenkriminalität gibt: 

Ich denke, wir können Verbindungen zur Bandenkriminalität ziehen. Einige der Entdeckungen lagen innerhalb der Gebiete von Bandenkriminellen. Vieles ist auf organisierte Kriminalität zurückzuführen. 

Jakub Sobik ist Sprecher von Anti-Slavery International und bezeichnet die Zustände gegenüber Reuters als "extrem besorgniserregend". Alles deute darauf hin, dass "möglicherweise Tausende von Kindern und jungen Menschen aus Vietnam verschleppt und durch skrupellose kriminelle Banden ausgenutzt werden". Die Organisation ECPAT UK kämpft gegen die Verschleppung von Kindern.

Deren Leiterin Chloe Setter kritisiert, dass die Kinder gleich mehrfach zum Opfer gemacht würden. Anstatt sie als "Opfer der modernen Sklaverei" zu sehen, behandele man sie wie Kriminelle. Damit nimmt Setter Bezug auf den Fall eines vietnamesischen Jungen, der aus einem Waisenhaus in Vietnam verschleppt wurde. Die britische Regierung verweigerte ihm das Bleiberecht. 

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