Causa Skripal: Stellungnahme von Julia S. wirft zahlreiche Fragen nach Authentizität auf

Causa Skripal: Stellungnahme von Julia S. wirft zahlreiche Fragen nach Authentizität auf
Julia Skripal spricht zu Reuters auf einem unbekannten Grundstück in London, 23. Mai 2018
Am 23. Mai hat sich Julia Skripal erstmals in einem Video-Statement an die Öffentlichkeit gewandt. Analysten haben nun eruiert, dass der von ihr vorgetragene Text nicht von einem russischen Muttersprachler stammen kann. Das ist nicht die einzige offene Frage.

Die russische Botschaft in London hat die britische Regierung aufgefordert, ihr endlich direkten Zugang zu Julia Skripal nach deren Entlassung aus dem Krankenhaus zu ermöglichen.

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Details aus dem ersten öffentlichen Video-Statement von Julia hätten Argwohn dahingehend gestärkt, dass sie gegen ihren Willen festgehalten und zu entsprechenden Erklärungen gezwungen werden könnte.

Wir sind froh, Julia Skripal lebendig und in recht guter Verfassung gesehen zu haben. Das gezeigte Video verstärkt jedoch nur unsere Besorgnis hinsichtlich der Bedingungen, unter denen sie festgehalten wird", äußert die Botschaft der Russischen Föderation in einer Erklärung.

"Übersetzung aus englischsprachigem Original"

Weiter führt die russische Botschaft aus:

Es ist ziemlich offensichtlich, dass Julia einen zuvor geschriebenen Text abgelesen hat. Mehr noch: Nach einer Reihe von Sätzen zu urteilen handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Das Original wurde von einem englischen Muttersprachler verfasst. Die handschriftlichen Briefe von Julia auf Russisch und Englisch bestätigen diesen Eindruck.

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Die mutmaßlich von Julia Skripal verfassten Briefe in englischer und russischer Sprache, wie sie von Reuters veröffentlicht wurden, sehen wie folgt aus:

Causa Skripal: Stellungnahme von Julia S. wirft zahlreiche Fragen nach Authentizität auf
Handschriftlicher Brief, von Julia Skripal unterzeichnet. Zahlreiche Formulierungen in der englischen und russischen Version werfen allerdings Fragen nach der tatsächlichen Urheberschaft der Briefe auf.
Causa Skripal: Stellungnahme von Julia S. wirft zahlreiche Fragen nach Authentizität auf
Handschriftlicher Brief, von Julia Skripal unterzeichnet. Zahlreiche Formulierungen in der englischen und russischen Version werfen allerdings Fragen nach der tatsächlichen Urheberschaft der Briefe auf.

Die russische Botschaft ist unterdessen nicht allein mit ihrem Verdacht, dass Julia Skripal ihre Aussagen unter Zwang getätigt haben könnte. So schreibt der Sicherheitsanalyst, ehemalige Scotland-Yard-Ermittler und Anti-Terrorexperte Charles Shoebridge auf Twitter:

Die Aussage von Julia #Skripal kann durchaus echt sein. Aber wenn solche ähnlichen, einstudierten Worte von einem britischen Staatsbürger in 'Schutzhaft' von #Russland gesagt worden wären, würden US-Regierung & Medien sehr schnell behaupten, diese seien unter Zwang getätigt worden...

Twitter-Nutzer: "Attraktiver als vor dem Unfall"

Zudem macht Shoebridge darauf aufmerksam, dass eine zuvor auf den Aufnahmen zu sehende großflächige Narbe am Hals von Julia Skripal in aktuellen Aufnahmen von Reuters wegretuschiert wurde.

Mehrere Twitter-Nutzer zeigen sich zudem darüber erstaunt, dass Julia Skripal auf den Fotos nach dem angeblichen Nervengift-Angriff "attraktiver aussieht" als auf Aufnahmen vor dem Salisbury-Vorfall. 

Andere Beobachter verwiesen auf die offensichtliche Diskrepanz zwischen den Behauptungen des Vereinigten Königreichs, Russland habe versucht, die Skripals zu ermorden, und Julias im Video geäußerten Wunsch, nach Russland zurückzukehren.

Mein Leben hat sich auf den Kopf gestellt und ich versuche jetzt, mit den unglaublichen Veränderungen in meinem Leben - sowohl den körperlichen als auch den emotionalen - klarzukommen. Ich versuche, im Hier und Jetzt zu leben, und möchte meinen Vater bis zu seiner vollständigen Genesung unterstützen. Auf lange Sicht hoffe ich, dass ich in mein Land zurückkehren kann", so Julia Skripal in dem von Reuters veröffentlichtem Video.

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