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Facebook-Ärger auch in Schweden: Öffentlicher Spendenaufruf für IS blieb zwei Jahre stehen

Facebook-Ärger auch in Schweden: Öffentlicher Spendenaufruf für IS blieb zwei Jahre stehen
Die unterbliebene Reaktion auf einen Sicherheitshinweis könnte das Elend Facebooks bezüglich der Bekämpfung von Datenverstößen noch verschlimmern. In Schweden sammelte ein Mann ungehindert zwei Jahre lang Geld für den IS und fiel dabei nicht einmal auf.

Obwohl der Extremist bereits im November 2017 verurteilt wurde, lenkt die lange Lücke in der Berichterstattung über den Vorfall die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie der Social-Media-Gigant mit seinen Daten und der damit verbundenen Sicherheit umgeht.

Ayelet Shaked, Jerusalem, Israel, 17. Mai 2015.

Ahmad Qadan aus der Siedlung Arlöv, einem Vorort von Malmö im Süden Schwedens, soll mittels einer Facebook-App Geld gesammelt zu haben, das für den Kauf von Waffen für den IS und Dschabhat Al-Nusra ausgegeben worden wäre, so die schwedische Zeitung Expressen.

Terror-App auf öffentlicher Seite

Qadan veröffentlichte im Mai 2013 unter einem falschen Namen einen Aufruf, in dem er Sympathisanten mit den Worten beschwor: "Kontaktiere mich, um Deine Brüder an der Front auszurüsten."

Der Beitrag befand sich auf einer öffentlichen Seite, so dass jeder, der diese besuchte, ihn sehen konnte. Der Polizei gelang es, den Post Qadan zuzuordnen, indem sie die von ihm verwendeten IP-Adressen identifizierte.

Facebook brauchte jedoch zwei Jahre, bis zum Juni 2015, um die Beiträge zu löschen. Nur die schwedische Polizeibehörde Säpo hatte das Netzwerk in dieser Sache kontaktiert.

Wir entfernen alle Inhalte, die gegen unsere Regeln verstoßen, wenn sie uns gemeldet werden. Gelegentlich machen wir Fehler. Wenn das passiert, korrigieren wir sie, sobald wir darauf aufmerksam gemacht werden", sagte Peter Münster, Kommunikationschef von Facebook Nordic, gegenüber Expressen.

Staatsanwaltschaft äußert Verständnis für Verzögerung

Qadan legte gegen das ursprüngliche Urteil Berufung ein, das ihn für schuldig befand, Botschaften veröffentlicht zu haben, die eine Aufforderung enthielten zu "schweren Gewalttaten, die in erster Linie oder unverhältnismäßig gegen Zivilisten gerichtet waren, um in der Öffentlichkeit Furcht zu erzeugen".

Hans Ihrman, der Qadan anklagte, sagte der Zeitung, er habe Verständnis dafür, dass es so lange gedauert habe, bis der Social-Media-Riese die Beiträge entfernte.

In einer idealen Welt wäre es verpflichtend, etwas, das in so hohem Maße den Gesetzen zuwiderläuft, den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Aber ich habe Verständnis für die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind", so Ihrman.

Die Geschichte schafft ein weiteres PR-Problem für Facebook, das in den USA und Großbritannien gerade dazu verpflichtet wird, sich an den Untersuchungen bezüglich seiner Mitwirkung an der Arbeit des Datendienstes Cambridge Analytica und der Vorwürfe über die angebliche russische Einmischung bei den Präsidentschaftswahlen 2016 zu beteiligen.

Am Sonntag sagte der demokratische US-Senator Mark Warner, dass Facebook nicht "vollständig kooperativ" gewesen wäre, als der US-Kongress das Thema untersuchte.

 

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