Italien wählt ein neues Parlament: Lange Schlangen vor Wahllokalen

Italien wählt ein neues Parlament: Lange Schlangen vor Wahllokalen
Vor einem Wahllokal in Rom: Bei der Abstimmung am Sonntag machten lange Warteschlangen und Pannen den Wählern das Leben schwer.
Gewählt wird einer neuer Senat und ein neues Abgeordnetenhaus. Bis zum Mittag lag die Wahlbeteiligung bei rund 19,3 Prozent - traditionell wird in Italien aber erst spät gewählt. Allerdings beschwerten sich viele Wähler über Schlangen und Chaos in den Wahllokalen.

An diesem Sonntag wird in Italien ein neues Parlament gewählt. Rund 46,5 Millionen Menschen sind wahlberechtigt, bis 23 Uhr haben sie Zeit, ihre Stimme abzugeben. Stärkste Kraft dürfte der Mitte-Rechts-Block werden, zu dem unter anderem die Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehört. Bei letzten Umfragen war die stärkste Einzelpartei aber die Fünf-Sterne-Protestbewegung mit ihrem 31 Jahre alten Spitzenkandidaten Luigi Di Maio. Das neue Wahlgesetz soll Allianzen begünstigen. Allerdings müssen diese oder eine Partei auf etwa 40 bis 42 Prozent kommen für eine Regierungsmehrheit - und das wird aller Voraussicht nach keiner schaffen.

Italien wählt Parlament – Wahllokale öffnen (Symbolbild)

Falsche Stimmzettel, verstärkte Sicherheitsüberprüfungen und das neue Wahlrecht haben heute in Italien zu zeitweiligem Chaos geführt. Vor vielen Wahllokalen im ganzen Land bildeten sich am Sonntag lange Schlangen.

In der sizilianischen Hauptstadt Palermo öffneten 200 Wahllokale verspätet, weil fehlerhafte Stimmzettel neu gedruckt werden mussten. „Wir bedauern die Schwierigkeiten für die Wähler“, sagte Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando. „Aber dieses neue (Wahl-)Gesetz hat auch in anderen Teilen Italiens erhebliche Probleme verursacht.“

In einem Wahllokal waren die Namen von Senatoren und Abgeordneten falsch aufgeführt

„Mich beunruhigt die Situation in Palermo sehr“, zitierte die italienische Nachrichtenagentur Ansa Senatspräsident Pietro Grasso. Andere sprachen von „dilettantischen Fehlern, die für eine normale Demokratie inakzeptabel sind“. Manche mussten in die Wahlkabine zurück, weil sie den Stimmzettel nicht richtig gefaltet hatten.

In Rom wurden in einem Wahllokal die Namen von Senatoren und Abgeordneten falsch aufgeführt und 36 ausgefüllte Stimmzettel kurzerhand aus der Wahlurne genommen. Die 36 Wähler sollten noch einmal zurückkehren und neue, jetzt richtige Stimmzettel ausfüllen. Die Bürgermeisterin der Hauptstadt rief die Wähler auf, angesichts der oft langen Wartezeiten rechtzeitig zu erscheinen - mindestens eine Stunde vor Schließung der Wahllokale um 23.00 Uhr.

Wegen des neuen Wahlsystems, einer Mischung aus Persönlichkeits- und Verhältniswahl, könnte das Endergebnis erst spät am Montag vorliegen. Prognosen sollen gleich nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht werden. Wann es erste belastbare Hochrechnungen gibt, ist ungewiss.

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(rt deutsch/dpa)

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