Mit "America First" in den Handelskrieg: EU bereitet Vergeltungsmaßnahmen auf US-Zölle vor

Mit "America First" in den Handelskrieg: EU bereitet Vergeltungsmaßnahmen auf US-Zölle vor
Jean-Claude Juncker, 1. März 2018.
Brüssel diskutiert Maßnahmen gegen die Strafzölle auf Aluminium und Stahl und hat schon eine Liste mit US-Produkten erstellt, die ebenfalls mit Einfuhrzöllen belegt werden sollen. EU-Politiker sehen die Auflagen der WTO verletzt. Der Stahlverband rechnet mit Einbußen über 50 Prozent.

Nächste Woche werden Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus der EU mit Strafzöllen belegt werden. Stahlimporte mit 25 Prozent, Aluminium mit zehn Prozent. Trump will damit die heimische Industrie fördern und gegen, so Trump, "unfaire Handelsbedingungen" angehen. Verletzen die Amerikaner mit ihrer "Amerika-Zuerst-Politik" gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO)? Daniel Caspary, CDU-Europaabgeordneter und Mitglied des Ausschusses für Internationalen Handel ist dieser Ansicht: 

Die verstoßen ganz klar gegen das Recht der Welthandelsorganisation WTO, und ich finde es gut, dass die Europäische Kommission schon angekündigt hat, hier angemessen dagegen vorzugehen." 

Es besteht bereits eine Liste mit amerikanischen Produkten, die Brüssel ebenfalls als Vergeltung mit Zöllen belegen will. Auch Kanada kündigte an, auf die US-Maßnahmen zu reagieren. Der europäische Stahlverband "Eurofor" fürchtet Einbußen von über 50 Prozent: 

Präsident Trump hat unter den Vorschlägen des Handelsministeriums die am meisten zerstörende Variante ausgewählt."

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: 

Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden." 

Bernd Lange, SPD-Politiker und Vorsitzender des Handelsausschusses: 

Die Verhängung von Zöllen auf Stahl und Aluminium durch den amerikanischen Präsidenten ist Protektionismus hoch drei, Nationalismus hoch drei und untergräbt das internationale Handelsrecht. Wir brauchen Gegenreaktionen und zwar möglichst schnell."

Die Ankündigung Trumps zu den Strafzöllen führte zu Kursverlusten an den Börsen in den USA und in Japan. Der Dow Jones verlor am Donnerstag 500 Punkte. Bei Börsenschluss waren es 1,7 Prozent Verlust. Der Nikkei-Index schloss mit 2,9 Prozent Verlusten. Auf der Liste der US-Produkte, welche die EU mit Zöllen versehen könnten, sind neben Kartoffeln und Tomaten auch Bourbon-Whiskey und Harley-Davidson-Maschinen.

Mehr lesen - USA: Trump erhebt Stahl- und Aluminiumstrafzölle von bis zu 25 Prozent

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