RT-Reporter trotz gültiger Presseausweise von Veranstaltung im Elysée-Palast ausgeschlossen

RT-Reporter trotz gültiger Presseausweise von Veranstaltung im Elysée-Palast ausgeschlossen
Zum zweiten Mal innerhalb von weniger als einer Woche ist es einem akkreditierten RT-Team untersagt worden, Arbeitsbesuche des französischen Präsidenten Emmanuel Macron abzudecken. Der Politiker ist dafür bekannt, RT nicht zu seinen Veranstaltungen zu lassen.

Am Montag wurde Kevin Berg, der für RT France arbeitet, der Zutritt zu einem technischen Briefing im Elysée-Palast über Macrons bevorstehenden Besuch in Calais, der für den 17. Januar vorgesehen ist, verweigert. Beim Passieren der Sicherheitstore des Präsidentenpalastes wurde Berg von einem Verantwortlichen der Presseabteilung des Büros des Französischen Präsidenten angehalten. Der Medienbeauftragte fragte den RT-Journalisten, welches Medium er vertrete. Nach Vorlage eines von den französischen Behörden ausgestellten Presseausweises verwehrte der Mitarbeiter Berg den Zutritt und erklärte, man lasse nur Journalisten hinein.

Der Vorfall war das zweite Mal innerhalb von nur fünf Tagen, dass RT France die Möglichkeit verwehrt wurde, über ein Elysée-Ereignis zu berichten. Am 10. Januar wurde RT France von der Berichterstattung über Macrons Besuch in Rom ausgeschlossen.

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Wir haben es nicht geschafft, in die Residenz zu kommen, weil uns die Behörden den Zugang verwehrt haben",

so RT-Mitarbeiter Kirill Kotikow, der die Reise in der letzten Woche abdeckte. Er fügte hinzu:

Wir haben alle Anträge zur Akkreditierung gestellt [...] Wir haben unsere Akte geschickt und sie wurde vom Elysée entgegengenommen, aber sobald wir italienischen Boden betreten haben, hat der Pressedienst des Elysée aufgehört, uns zu antworten.

Macrons Groll gegen RT

Innerhalb einer Woche wurde unseren Journalisten zweimal die Akkreditierung durch das Elysée verweigert. […] Präsident Macron, der das Baguette statt der Redefreiheit schützt, sollte sich die Verfassung Frankreichs nochmal sorgfältiger durchlesen", unterstrich die RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan.

Emmanuel Macron, Paris, Frankreich, 3. Januar 2018.

Macron hegt seit dem Beginn seiner Präsidentschaftskampagne im vergangenen Jahr einen Groll gegen RT und Sputnik. Das zeigte er unter anderen, indem er die Akkreditierung der beiden Moskauer Nachrichtenagenturen widerrufen ließ und diese Medien als "Propaganda"-Feeds bezeichnete. Außerdem beschuldigten er und sein Team Russland der Einmischung in die französischen Wahlen und behaupteten, dass russische Hacker versuchten, Zugang zu ihren Daten zu erlangen sowie die Arbeit ihrer Website im Vorfeld der Präsidentschaftswahl zu behindern. Moskau bestritt jede Beschuldigung der Einmischung strikt.

Anfang dieses Monats rief Macron zur Schaffung eines nationalen Gesetzes auf, das laut dem Präsidenten die Verbreitung von sogenannten Fake News bekämpfen soll. Am Montag, kurz bevor RT France der Eintritt in den Elysée verweigert wurde, wies der russische Außenminister Sergej Lawrow darauf hin, dass das Verteilen des Titels eines "Verbreiters von Falschnachrichten" willkürlich und ohne "einen Austausch von Argumenten oder einer Untersuchung" verliehen werde.

Es wäre interessant zu sehen, welche Form diese Initiative annimmt", sagte Lawrow.

Eine Formausprägung ist bereits im Gange: Die Arbeit legal akkreditierter Medien zu behindern, wenn ihre Berichterstattung nicht dem Geschmack von Präsident Macron entspricht.

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