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Schweizer Gesundheitsberater fordert Verweigerung von Intensivbetten für Corona-Skeptiker

Schweizer Gesundheitsberater fordert Verweigerung von Intensivbetten für Corona-Skeptiker
Eine Fußbodenmarkierung im Krankenhaus der Stadt La Chaux-de-Fonds im Kanton Neuenburg am 5. November 2020.
Wird das Gesundheitssystem überlastet, müssten Krankenhäuser entscheiden, wen sie behandeln und wen nicht. Der Schweizer Gesundheitsberater Willy Oggier fordert in einem Interview, sogenannten Corona-Skeptikern das Recht auf Intensiv-Betten zu verweigern.

Es ist der ethische Supergau schlechthin: Was passiert, wenn es nicht mehr genug Intensivbetten gibt? In der Schweiz warnt die sogenannte "Taskforce" in Sachen COVID-19 seit Wochen vor diesem Szenario. Der Koordinierte Sänitsdienst (KSD) meldete (Stand 12. November), dass es in der Schweiz 1.135 Intensivbetten gibt. 873 davon seien belegt, 262 noch frei. Die Schweiz hat rund 8,57 Millionen Einwohner.

Würde es zu einer Überlastung kommen, dann müsste eine sogenannte "Triage" durchgeführt werden, also eine Entscheidung, wer behandelt werden soll und wer nicht. Doch nach welchen Kriterien soll die "Triage" durchgeführt werden? Ein Schweizer Gesundheitsberater wartet mit einem radikalen Vorschlag auf. In einem Interview mit der Schweizer Tageszeitung Tages-Anzeiger empfiehlt Willy Oggier, der verschiedene Krankenhäuser in der Schweiz während der COVID-19-Pandemie berät und unter anderem in Wien doziert, sogenannten Corona-Leugnern die Behandlung in Intensivbetten zu verweigern.

Stehen die Intensivbetten wirklich vor der Überlastung? (Symbolbild)

Ich schlage vor, dass Corona-Skeptiker ihr Recht auf ein Akutbett oder einen Intensivplatz verwirken, falls es zu Engpässen kommt", so Oggier.

Der Berater beruft sich dabei auf das "Verursacherprinzip":

Wer angezeigt wird, weil er die Abstands- und Hygieneregeln mutwillig missachtet, soll die Verantwortung für sein Handeln tragen. Ich schlage vor, dass diese Personen namentlich erfasst werden und im Zweifelsfall kein Intensivbett erhalten. Ganz nach dem Verursacherprinzip.

Den Einwand des Tages-Anzeigers, das höre sich nach einem "Überwachungsstaat nach chinesischem Vorbild" an, lässt Oggier nicht gelten:

Nein, es geht mir ja nicht darum, Punkte für soziales Verhalten zu vergeben. Ich spreche lediglich von den Engpass-Situationen. Stoßen die Spitäler an ihre Grenzen, kommen die Mediziner nicht darum herum zu entscheiden, wem sie das letzte Bett geben. Ich finde es fairer, wenn der selbst ernannte Corona-Rebell das Nachsehen hat, als wenn es einfach den ältesten Patienten im Raum trifft.

Zudem verlangt Oggier auch drastische Geldstrafen gegen Corona-Leugner:

Es braucht eine sofortige gesetzliche Grundlage für saftige Ordnungs-Bußen, die ohne lange Verfahren ausgestellt werden können.

Auch private Sicherheitsdienste und die Bahnpolizei sollten solche Geldstrafen verhängen dürfen, verlangt der Gesundheitsberater. Wer angezeigt werde, weil er die Abstands- und Hygieneregeln mutwillig missachte, solle die Verantwortung für sein Handeln tragen, so Oggier weiter.

Im europäischen Vergleich der Maßnahmen gegen das Coronavirus solle sich die Schweiz ein Vorbild am österreichischen Kanzler Sebastian Kurz nehmen, fordert Oggier. Kurz sei ein "begnadeter Kommunikator". Auf der sachpolitischen Ebene finde er die geplanten Massentests auf das Coronavirus sinnvoll.

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