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"Propheten gerächt" – Mörder von Lehrer in Paris hinterließ angeblich Audiobotschaft auf Russisch

"Propheten gerächt" – Mörder von Lehrer in Paris hinterließ angeblich Audiobotschaft auf Russisch
Eine Person hält ein Schild mit der Aufschrift "Danke, dass Sie mein Lehrer waren, Mr. Paty. Ich werde Sie nie vergessen", während eines "Marche Blanche" zum Gedenken des ermordeten Lehrers in Conflans-Sainte-Honorine, nordwestlich von Paris. Aufnahme vom 20. Oktober 2020.
Abdullakh A., der mutmaßliche Mörder des Hochschullehrers Samuel Paty, veröffentlichte kurz nach der Tat eine Audiobotschaft in russischer Sprache in sozialen Netzwerken. "Er habe den Propheten gerächt". Er postete auch ein Foto des enthaupteten Opfers.

Einer Meldung der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge veröffentlichte der mutmaßliche Mörder eines Lehrers bei Paris neben dem Foto des Opfers auch eine in russischer Sprache aufgezeichnete Audiobotschaft. Er habe "den Propheten gerächt", soll Abdullakh A. in der Aufnahme sagen und dem ermordeten Geschichts- und Geografielehrer vorwerfen, den Propheten "in beleidigender Weise dargestellt" zu haben.

Der französische Innenminister Gerald Darmanin trifft am 19. Oktober 2020 im Pariser Elysee-Palast zu einem Treffen mit Vertretern des französischen Rates des muslimischen Glaubens (CFCM) zusammen.

Abdullakh A. soll auf der Aufnahme außer Atem sein und seine Botschaft mit Epitheta aus dem Koran versehen haben. Unter anderem sage er laut einer Übersetzung von AFP: "Brüder, betet zu Allah, dass er mich als Märtyrer annimmt." Die Nachricht wurde zusammen mit zwei Tweets, in denen er zugab, den Lehrer getötet zu haben, über mehrere soziale Netzwerke verbreitet.

Die Ermittlungen dauern derweil an. Gegen mehrere Verdächtige hat die Staatsanwaltschaft inzwischen Ermittlungsverfahren eröffnet. Sie wirft ihnen unter anderem Beihilfe zum Mord mit Terrorhintergrund vor, wie die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am späten Mittwochabend mitteilte. Verfahren wurden unter anderem gegen zwei 14- und 15-jährige Schüler und den Vater, der im Netz Stimmung gegen Lehrer gemacht hatte, eröffnet.

Für eine Geldprämie das Opfer identifiziert?

Die 14 und 15 Jahre alten Verdächtigen wurden unter Justizaufsicht gestellt. Das bedeutet, dass sie unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt werden. Der 18-jährige Angreifer kannte laut Ermittlern zwar den Namen des Lehrers und die Adresse der Schule, wusste aber nicht, wie Paty aussieht. Den beiden Minderjährigen wird nun vorgeworfen, den Lehrer für Geld am Tag des Attentats gegenüber dem mutmaßlichen Täter identifiziert zu haben.

Wie den Jugendlichen wird auch dem Vater einer Schülerin Beihilfe vorgeworfen. Er hatte im Netz gegen den Lehrer mobilisiert, seine Entlassung gefordert und sensible Daten wie den Namen und die Adresse der Schule veröffentlicht, wie die Ermittler erklärten. Gegen einen Mann, der den Vater unterstützt hatte und laut Medien ein bekannter Islamist ist, wurde ebenfalls ein Verfahren wegen Beihilfe zu einem Mord mit Terrorhintergrund eröffnet.

Insgesamt wurden sechs Personen dieses Vorwurfs bezichtigt und die Verfahren eingeleitet. Gegen eine weitere Person wird unter anderen wegen des Vorwurfs der Beteiligung an einer kriminellen terroristischen Vereinigung ermittelt. Die Ermittlungsverfahren können am Ende zum Strafprozess führen, falls die Ermittler ausreichend Beweise gegen den Beschuldigten sehen.

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