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Mord an Lehrer in Frankreich – Tatverdächtiger genoss Flüchtlingsstatus

Mord an Lehrer in Frankreich – Tatverdächtiger genoss Flüchtlingsstatus
Der Staatsanwalt für Terrorismusbekämpfung Jean-François Ricard bei einer Pressekonferenz in Paris am 17. Oktober 2020. Am Vortag war ein Lehrer von einem Angreifer enthauptet worden, der von Polizisten in Conflans-Sainte-Honorine, 30 km nordwestlich von Paris, erschossen wurde.
Der brutale Mord an einem Lehrer nahe Paris wurde neuesten Angaben zufolge von einem Mann verübt, der in Frankreich eine Aufenthaltserlaubnis und Flüchtlingsstatus genossen hatte. Der Tatverdächtige soll in Moskau geboren worden sein und seit 2008 in Frankreich gelebt haben.

Nach Angaben der französischen Ermittlungsbehörden wurde der brutale Mord an einem Lehrer von einem 2002 in Moskau geborenen Mann verübt. Er habe eine Aufenthaltserlaubnis besessen und den Status eines Flüchtlings genossen.

Dies gab Jean-François Ricard, Ankläger der Nationalen Antiterrorismus-Staatsanwaltschaft, bei einer Pressekonferenz am Samstag in Paris bekannt.

Mörderische Attacke auf Lehrer bei Paris: Medien berichten von mehreren Festnahmen

Der 18-jährige Mordverdächtige wurde von der Polizei in der nahe bei Paris gelegenen Stadt Eragny (Val-d'Oise) getötet. Den bisherigen Informationen zufolge war er den Geheimdiensten wegen Radikalisierung unbekannt. Gleichwohl sei er wegen Rechtsverstößen als Minderjähriger bei den Ermittlungsbehörden registriert.

Der Tatverdächtige soll über ein Twitterkonto "Tschetschenien 270" verfügt und dort ein Foto des Opfers veröffentlicht haben. Auch sein Name soll mittlerweile bekannt sein.

'Tschetschenien 270' war definitiv der Angreifer. Die auf Twitter veröffentlichte Forderungsbotschaft mit dem Foto des Kopfes von Samuel Paty wurde tatsächlich auf dem Konto von Abdullach A. veröffentlicht", zitierte Le Parisien den nationalen Anti-Terrorismus-Ankläger.

Russische Medien berichten unter Berufung auf die russische Botschaft, dass der Täter mit seiner Familie bereits im Jahr 2008 in Frankreich aufgenommen worden war und seitdem dort lebte.

Die Nationale Antiterrorismus-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, die wegen "Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Unternehmen" und "krimineller terroristischer Vereinigung" eingeleitet worden waren.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hielt eine Rede vor dem Kolleg in Conflans-Sainte-Honorine, an dem das Opfer als Lehrer unterrichtete. 

Obskurantismus und die damit einhergehende Gewalt werden nicht gewinnen, wir werden zusammenhalten", versichterte Macron.

Nordwestlich von Paris in Conflans-Sainte-Honorine (Yvelines) wurde am Freitag ein Lehrer vor seiner Schule fast enthauptet. Die Tat ereignete sich gegen 17 Uhr am Ausgang des Kollegiums, an dem der Lehrer tätig war.

Der Geschichtslehrer soll muslimischen Schülern Karikaturen gezeigt haben, die den Propheten Mohammed hockend mit einem Stern auf dem Gesäß darstellen sollten. Die Karikaturen waren mit der Aufschrift versehen: "Ein Stern ist geboren."

Neun Personen wurden im Zusammenhang mit den Terrorermittlungen festgenommen, der 18 Jahre alte Täter von der Polizei getötet. Das Opfer wurde als der 47-jährige Samuel Paty identifiziert. Er unterrichtete Geschichte und Erdkunde in Conflans Sainte-Honorine. Die Mohammed-Karikaturen, die Paty seinen Schülern nach Berichten im Zusammenhang mit dem Thema Meinungsfreiheit gezeigt hatte, stammten aus der Feder des Satiremagazins Charlie Hebdo.

Aktualisierung, 18:45 Uhr:

Sergei Parinow, Leiter des Pressedienstes der russischen Botschaft in Frankreich, äußerte sich zu den Ermittlungen der französischen Behörden:

Es ist nicht unsere Aufgabe, den Terroristen zu identifizieren, da diese Tragödie in Frankreich stattgefunden hat, und wir haben hier keine Gelegenheit, Ermittlungen einzuleiten. Auf einer Pressekonferenz des republikanischen Staatsanwalts wurde kürzlich die russische Herkunft des Angreifers und seiner Familie bestätigt. Sie kamen 2008 nach Frankreich, um politisches Asyl zu suchen.

Vertreter der Botschaft kontaktierten Kollegen des französischen Innenministeriums, um jetzt in Kontakt zu bleiben. Und ich denke, dass dieser Kontakt auch in Zukunft fortgesetzt wird.

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