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Russlands Außenministerium ruft Konfliktseiten in Bergkarabach zu Waffenruhe auf

Russlands Außenministerium ruft Konfliktseiten in Bergkarabach zu Waffenruhe auf
Konflikt in Bergkarabach eskaliert wieder: Armenien und Aserbaidschan werfen einander Offensive vor (Archivbild)
Das russische Außenministerium hat am Sonntag alle Konfliktparteien des erneut eskalierten Bergkarabach-Konflikts dazu aufgerufen, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen. Die Seiten sollten umgehend mit Verhandlungen beginnen, um die Situation in der Region zu stabilisieren.

Am Sonntagmorgen ist es in der Konfliktregion Bergkarabach im Südkaukasus erneut zu einer Eskalation zwischen den verfeindeten Ländern Aserbaidschan und Armenien gekommen. Beide Seiten berichteten von Gefechten an der Kontaktlinie in der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach. Demnach wurden mehrere Ortschaften beschossen. Es gab Berichte von Todesopfern unter der Zivilbevölkerung und schweren Sachschäden an der zivilen Infrastruktur. Armenien und Aserbaidschan gaben sich gegenseitig die Schuld für die Gefechte.

Vor diesem Hintergrund appellierte das russische Außenministerium an alle Konfliktseiten, das Feuer unverzüglich einzustellen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen, um die Situation zu stabilisieren. Auch die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), zu der Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan und Weißrussland gehören, plädierte für eine friedliche Lösung des Konflikts. Bislang reichte Armenien jedoch kein offizielles Hilfeersuchen bei der Organisation ein.  

Inzwischen teilte der Sprecher des türkischen Präsidenten, İbrahim Kalın, mit, dass Ankara Baku unterstütze und die jüngsten Handlungen Jerewans verurteile. Der Berater von Recep Tayyip Erdoğan warf Armenien vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben.   

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Der Bergkarabach-Konflikt war im Februar 1988 ausgebrochen, als die autonome Region Bergkarabach ihre Loslösung von Aserbaidschan angekündigt hatte. Im Laufe eines bewaffneten Konflikts, der von 1992 bis 1994 dauerte, verlor Baku seine Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainergebiete. Im Jahr 1994 unterzeichneten Aserbaidschan, Armenien und die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach unter Vermittlung der Russischen Föderation ein Protokoll über den Waffenstillstand. Trotzdem kam es immer wieder zu Kampfhandlungen, zuletzt im Juli dieses Jahres, als insgesamt 18 Menschen bei einem Konflikt an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze starben.

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