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Pfusch und Korruption? Großbritannien ruft 741.000 Coronavirus-Tests zurück

Pfusch und Korruption? Großbritannien ruft 741.000 Coronavirus-Tests zurück
Tests in Glasgow im April 2020
Die britische Regierung ruft massenhaft Corona-Tests zurück, weil diese "möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch" seien. Die Herstellerfirma hatte den Auftrag ohne Ausschreibung erhalten. Bemerkenswert sind die guten Verbindungen des Unternehmens zur Politik.

Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte "Medicines and Healthcare products Regulatory Agency" (MHRA) hat am Freitag den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets veranlasst. Wie die britische Regierung am Samstag bestätigte, handelt es sich um bis zu 741.000 Tests der Firma Randox. Zur Begründung hieß es, diese seien möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch.

Proben für Corona-Tests mittels PCR-Verfahren, das allerdings nur molekulares Genmaterial des mutmaßlichen Coronavirus (SARS-CoV-2) nachweisen kann, nicht jedoch das Virus selbst und seinen

Die nordirische Firma Randox hatte im März vom britischen Gesundheitsministerium einen Auftrag in Höhe von 133 Millionen Pfund erhalten, unter anderem für die Bereitstellung von Coronavirus-Tests. Der britischen Zeitung Guardian zufolge erfolgte die Vergabe ohne Ausschreibung. Gerechtfertigt wurde dies seinerzeit durch die hohe Dringlichkeit, die Testkapazitäten des Landes rasch zu erhöhen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass Owen Paterson, ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, als Berater für Randox tätig ist. Paterson erhält dem Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments zufolge dafür jährlich 100.000 Pfund (umgerechnet rund 110.000 Euro).

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Corona-Krise ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind.

Auch hier soll es der Nichtregierungsorganisation Good Law Project zufolge keine Ausschreibung gegeben haben. Eingefädelt worden sein soll der Deal durch einen Regierungsberater, der auch für die beauftragte Firma tätig ist. Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro) ausgegeben.

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rt/dpa

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