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Anschläge in Jerusalem – Tote bei Gewalt im Westjordanland

Anschläge in Jerusalem – Tote bei Gewalt im Westjordanland
Das Fenster eines Autos, das bei einem mutmaßlichen palästinensischen Schusswechsel beschädigt wurde, Jerusalemer Altstadt am 6. Februar 2020.
Die Palästinenser haben zornig auf Donald Trumps sogenannten "Nahost-Plan" reagiert, auch wenn es nur vereinzelt zu größeren Protesten kam. Doch jetzt gibt es mehrere Tote bei Anschlägen und Konfrontationen – und die Situation heizt sich weiter auf.

Gut eine Woche nach Vorstellung des US-amerikanischen Nahost-Plans eskaliert der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern erneut. Bei zwei Anschlägen in Jerusalem wurden nach israelischen Angaben ein Polizist sowie zwölf israelische Soldaten verletzt, einer davon schwer. Dabei wurde bei einem Anschlag in der Altstadt der palästinensische Angreifer laut Polizei getötet. Bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten im Westjordanland gab es nach palästinensischen Angaben zwei Tote. In der Nacht griffen israelische Kampfjets erneut Ziele im Gazastreifen als Reaktion auf Beschuss an. Die Hamas rief zu einer weiteren Eskalation der Situation auf.

Trump hatte vor mehr als einer Woche einen Plan vorgestellt, der den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern lösen soll. Der Plan stieß international auf überwiegend geteiltes bis kritisches Echo. Wenig überraschend, da die Palästinenser zum einen nicht an der Ausarbeitung beteiligt waren und zum anderen zu erheblichen Zugeständnissen gezwungen werden. Gleichzeitig würde der Plan Israel die Annexion des Jordantals und von Siedlungen erlauben. Ein Palästinenserstaat wäre mit harten Auflagen verbunden und der Traum der Palästinenser von einer Hauptstadt im historischen Ostjerusalem zunichte gemacht.

Die Palästinenserführung hatte nach der Präsentation des Nahost-Plans zu Protesten im Westjordanland und im Gazastreifen aufgerufen. Nach einem Anschlag mit einem Auto in der Nacht in Jerusalem konnte der Angreifer zunächst flüchten. "Ein Terrorist hat sein Fahrzeug in Richtung israelischer Soldaten gelenkt", teilte die israelische Armee mit. Sicherheitskräfte suchten nach dem palästinensischen Täter. Ein Soldat sei schwer verletzt worden, als der Attentäter mit seinem Auto in die Gruppe fuhr, die gerade die Straße überquerte. In Israel hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Anschläge von Palästinensern mit Fahrzeugen gegen Soldaten und Zivilisten gegeben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte danach: "Terrorismus wird uns nicht besiegen; wir werden gewinnen." Bei einem weiteren Anschlag in Jerusalem wurde der palästinensische Angreifer getötet, wie die israelische Polizei mitteilte. Ein Polizist sei verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte: "Ein Terrorist hat das Feuer auf einen Grenzpolizisten eröffnet." Andere Polizeibeamte hätten in der Altstadt nahe des Tempelbergs (Al-Haram al-Scharif/Edles Heiligtum) auf den Angreifer geschossen und ihn außer Gefecht gesetzt. Teile der Altstadt seien nach dem Anschlag gesperrt worden, teilte die Polizei mit.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas  am 1. Februar 2020 beim Treffen der Arabischen Liga in Kairo. In seiner Hand hält er ein Bild, das den Landverlust der Palästinenser zwischen 1946 und 2020 zeigen soll.

Zwei Palästinenser wurden in der Nacht zu Donnerstag bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten im nördlichen Westjordanland getötet. Nach palästinensischen Angaben waren Soldaten in die Palästinenserstadt Dschenin vorgedrungen, um dort das Haus eines palästinensischen Attentäters zu zerstören. Bei Konfrontationen seien ein 19-Jähriger und ein Polizist getötet sowie sechs weitere Palästinenser verletzt worden, teilten die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa und das Gesundheitsministerium in Ramallah mit.

Die israelische Armee bestätigte, es sei das Haus eines Attentäters zerstört worden, der 2018 an einem Anschlag beteiligt gewesen sei. "Während des Einsatzes haben die Sicherheitskräfte mehrere bewaffnete Terroristen identifiziert, die Sprengsätze auf sie geworfen und auf sie geschossen haben", teilte die Armee mit. Die Soldaten hätten unter anderem mit Schüssen reagiert. Es sei unklar gewesen, ob der palästinensische Polizist auf die Soldaten geschossen habe oder eine andere Person. Man untersuche den Vorfall.

Israelische Kampfjets griffen indes nach Armeeangaben in der Nacht "mehrere terroristische Ziele" im Gazastreifen an. Seit Mittwochabend sollen demnach drei Mörsergranaten aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert worden sein. Schon seit Tagen gibt es immer wieder Angriffe mit Raketen und Brand-Ballons aus dem Gazastreifen. Israelische Kampfjets haben daraufhin immer wieder Ziele im Gazastreifen beschossen.

Am Mittwoch hatte es zum erstem Mal seit der Vorstellung des Nahost-Plans von US-Präsident Donald Trump einen Toten bei palästinensischen Protesten gegeben. Ein 17-Jähriger wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten in Hebron tödlich von einer Kugel getroffen worden. Wie die Armee mitteilte, soll ein Palästinenser eine Brandflasche auf Soldaten geworfen haben. Diese hätten daraufhin das Feuer eröffnet.

Anschließend rief die im Gazastreifen regierende Hamas zu weiteren Protesten auf. "Wir rufen zu einer Eskalation der Konfrontationen mit der (israelischen) Besatzung und seinen Siedlern auf und dazu, ihren Angriffen auf unser Land und unsere heiligen Stätten entgegenzutreten", hieß es in einer Stellungnahme.

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(rt/dpa)

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