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Nach geplatztem Deal mit den USA: Taliban drohen mit neuen Angriffen auf US-Amerikaner

Nach geplatztem Deal mit den USA: Taliban drohen mit neuen Angriffen auf US-Amerikaner
Eine massive Explosion erschütterte Kabul am späten Abend des 2. September, als ein mit Sprengstoff beladener Traktor in der Nähe der "Green Village", einer schwer gesicherten Zone für ausländische Organisationen, 16 Menschen in den Tod riss.
Nachdem sich US-Außenminister Mike Pompeo weigerte, seine Unterschrift unter einen ausgehandelten Deal mit den Taliban zu setzen, wischte ihn nun Präsident Donald Trump gänzlich vom Tisch. Die Taliban reagierten wütend auf diese Entscheidung und drohten mit mehr Angriffen auf US-Soldaten.

Am Sonntag hätten sich die Anführer der radikalislamischen Taliban, Afghanistans Präsident Aschraf Ghani und Donald Trump in Camp David treffen sollen, um den innerafghanischen Friedensprozess in Ganz zu bringen. Ein Teil davon hätte ein separater Deal zwischen den USA und den Taliban sein sollen, der von dem US-Sondergesandten Zalmay Khalilzad und den radikalen Islamisten ausgehandelt wurde. Dieser hätte die Bedingungen für einen Rückzug der US-Truppen aus dem zentralasiatischen Land regeln sollen.

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Der Selbstmordanschlag in der Nähe der US-Botschaft in Kabul am 5. September, bei dem jeweils ein Soldat aus den USA und aus Rumänien sowie zehn Afghanen ums Leben gekommen sind, war für den US-Präsidenten offensichtlich ein toter Amerikaner zu viel. Allein seit Ende August starben vier US-Soldaten bei Gefechten und Anschlägen der Taliban. Gleichzeitig brüstete sich Mike Pompeo damit, dass die USA in den vergangenen zehn Tagen mehr als 1.000 Talibankämpfer getötet haben, wie Gerhard Mangott, Professor für Internationale Beziehungen und Rüstungskontrolle der Universität Innsbruck, die Relationen passend zurechtrückt.

Doch für Trump scheinen solche Details keine Rolle zu spielen. Er und seine Berater halten die Angriffe auf US-Soldaten für einen Versuch der Taliban, sich eine bessere Verhandlungsposition zu erkämpfen und ein Druckmittel in den Händen zu halten. In seiner typischen Twitter-Diplomatie erklärte er, wenn sie nicht in der Lage wären, sich während den "sehr wichtigen Friedensgesprächen" auf einen Waffenstillstand zu einigen, dass sie dann "vermutlich nicht die Macht haben", ein Abkommen auszuhandeln. Am Ende stellt er dann die rhetorische Frage:

Wie viele Jahrzehnte wollen sie noch kämpfen?

Wenn die Geschichte der Afghanen eines zeigt, dann dass sie sich keiner fremden Macht unterwerfen. Auch die Taliban kämpfen schon seit ihrer Gründung im Jahr 1994 gegen unterschiedliche Gegner: zuerst gegen die verschiedenen Warlord-Fraktionen und seit der US-Invasion im Oktober 2001 gegen die vermeintlich mächtigste Armee der Welt.

Zabihullah Mudschahid, ein Sprecher der Taliban, erklärte nach der überraschenden Absage des US-Präsidenten, dass diese Entscheidung "zu mehr Verlusten" bei US-Truppen führen wird. Er verwies auf den heuchlerischen Standpunkt der US-Amerikaner, wie schon Professor Mangott, dass die USA während der Verhandlungen doch genauso Angriffe auf die Taliban durchführten. Ein Waffenstillstand war hingegen keine Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche.

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