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Türkischer Außenminister warnt USA: Wir kaufen noch mehr S-400-Syteme aus Russland

Türkischer Außenminister warnt USA: Wir kaufen noch mehr S-400-Syteme aus Russland
Ein russisches S-400 Langstrecken-Boden-Luft-Raketensysteme auf dem Roten Platz während der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau am 9. Mai 2017.
Die Türkei wird sich dem zunehmenden Sanktionsdruck der USA nicht beugen. Stattdessen könnte die Türkei noch mehr S-400-Syteme erwerben, wenn es keine Patriot-Systeme kriegt. Ankara wird außerdem nach Alternativen zum US-Kampfjet F-35 suchen.

Der türkische Außenminister erklärte am Mittwoch, dass sein Land "woanders" nach Partnern suchen könnte, wenn die USA die in Kooperation mit der türkischen Rüstungsindustrie gebauten F-35-Kampfflugzeuge nicht ausliefert. Er betonte:

Wenn die F-35 nicht geliefert werden, wäre ich in der Lage, die Flugzeuge, die ich brauche, auch woanders zu kaufen.

Bildquelle Vatan Partisi

Mevlüt Çavuşoğlu sagte im Interview mit dem privaten türkischen Fernsehsender NTV, dass die Türkei in Erwägung ziehen könnte, weitere in Russland hergestellte S-400 Luftabwehrsysteme und andere Systeme zu erwerben, um den dringenden Bedarf der türkischen Armee zu decken, sollte die Türkei keine US-amerikanischen Patriot-Systeme zusätzlich einkaufen dürfen.

Nach Angaben des türkischen Topdiplomaten machten die USA bereits ein neues Angebot zum Verkauf des Patriot-Systems. Dieses wäre "rationeller" gewesen als das erste Angebot, aber trotzdem nicht den Erwartungen der Türkei entsprechend.

Um die Sorgen des Westens zu beruhigen, so Çavuşoğlu, ging von Ankara in der vergangenen Woche der Vorschlag an die NATO-Minister ein, eine unabhängige technische Gruppe aufzubauen. Diese soll sich mit den Bedenken des Militärblocks bezüglich des S-400-Kaufs befassen. Die Türkei erhielt laut eigenen Angaben des Ministers keine positive Antwort von Seiten der NATO.

Vor Çavuşoğlu gab der türkische Präsident Erdoğan bei seiner Rückkehr aus Moskau ein Interview zur Rüstungskooperation mit Russland. Er stellte den Wunsch an Moskau auf, die Lieferung der Luftabwehrwaffe noch vor dem geplanten Abgabetermin im Juli durchzuführen. Das türkische Staatsoberhaupt kommentierte auf die Frage, ob sich westliche Diplomaten noch Hoffnungen machen können, die Türkei vom Kauf noch im letzten Moment abzubringen:

Wir antworten darauf, dass dieser Deal abgeschlossen und alles geregelt ist. Vielleicht kann er auch vorgezogen werden.

Die türkische Tageszeitung Sabah ergänzte, dass Ankara den Aufbau eigener Raketenabwehrsysteme anstrebt. Den Aussagen zu­fol­ge würde der 2,5 Milliarden US-Dollar schwere Rüstungsdeal mit Moskau auch den Transfer von Know-how und Technologie beinhalten.

Das NATO-Mitglied Türkei, das seit Dezember 2017 mit Moskau ein Abkommen von über 2,5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hat, steht unter zunehmendem Druck von den Verbündeten in den USA. Washington fordert die Annullierung und argumentiert, dass das System mit den bestehenden NATO-Systemen unvereinbar ist. Es befürchtet, dass das Abkommen die Sicherheit seiner F-35-Tarnjäger, deren Programmpartner die Türkei ist, beeinträchtigen könnte.

Präsident Erdogan am Montag im Kreml

Die Türkei hat den Bedenken der USA nicht nachgegeben, auch nachdem die Lieferungen von F-35 durch das US-Außenministerium Anfang April offiziell ausgesetzt wurden.

Am Dienstag hat der Ausschuss für Außenbeziehungen und Streitkräfte des US-Senats die Rhetorik gegen den Verkauf von S-400 verstärkt und die Türkei gewarnt, dass der Kauf zur Verhängung von Sanktionen führen wird. Die Senatoren sagten, dass die Türkei bis Ende des Jahres entweder die S-400 oder die F-35 haben würde. Sie betonten:

Die Türkei wird nicht beides haben.

Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow reagierte zwischenzeitlich auf die Aussagen von türkischer Seite. Peskow unterstrich, Russland sei "offen" für einen zweiten Verkauf von S-400 Systemen.

"Russland hat die entsprechenden technologischen Fähigkeiten. Und natürlich will Russland die militärische und technische Zusammenarbeit ausbauen. Es ist ein ganz normaler Prozess," schloss der russische Präsidentensprecher.

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