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Weißes Haus bestätigt: USA beginnen militärischen Rückzug aus Syrien

Weißes Haus bestätigt: USA beginnen militärischen Rückzug aus Syrien
Ein Foto vom 8. Mai 2018 zeigt US-Panzerfahrzeuge in der nordsyrischen Stadt Manbidsch.
In einer abrupten Kehrtwende bereitet sich das US-Militär offenbar darauf vor, seine Truppen aus dem Nordosten Syriens zurückzuziehen. Laut Angaben von US-Beamten steht die Entscheidung in Zusammenhang mit der türkischen Drohung, eine Offensive gegen die YPG zu starten.

von Ali Özkök

Ein US-Verteidigungsbeamter erklärte in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN, dass ein "vollständiger" und "schneller" Rückzug der US-Truppen in Nordostsyrien im Gange sei.

Symbolbild

Die USA sollen nach Berichten des Wall Street Journals begonnen haben, ihre lokalen Partner im Nordosten Syriens über ihre Pläne zu informieren, sofort damit zu beginnen, US-amerikanische Streitkräfte aus der Region abzuziehen. Deshalb wollen die USA vor dem Abzug die Zerschlagung der Terrormiliz "Islamischer Staat" beschleunigen, heißt es. Kürzlich tauchten Videos auf, die zeigen sollen, dass Kräfte der YPG-geführten "Demokratischen Kräfte Syriens", die von den USA trainiert und ausgerüstet werden, in die letzte Hochburg des IS im Euphrattal, Hadschin, eindrangen.

Der Pressesprecher des Weißen Hauses bestätigte die Berichte von CNN und dem Wall Street Journal. Demnach sollen USA bereits begonnen haben, US-amerikanische Truppen aus Syrien abzuziehen. Bemerkenswert ist, dass im April Trump seinem Nationalen Sicherheitsrat sechs Monate Zeit gab, den IS zu bekämpfen.

Der Schritt folge außerdem einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der gedroht hat, einen Angriff auf die Kurden-Miliz YPG in Syrien zu starten. Die Türkei betrachtet die YPG als syrischen Ableger der PKK, mit der Ankara einen jahrzehntelangen Krieg führt.

Die Entscheidung traf Präsident Donald Trump persönlich, fügte der Beamte hinzu. Im Gespräch mit RT Deutsch erklärte der renommierte US-Professor und Syrien-Experte Joshua Landis über die Hintergründe des Beschlusses:

Die türkische Eskalation in Syrien scheint Früchte zu tragen. Präsident Trump war immer der Joker in der aggressiveren Syrienpolitik, die von Pompeo und Bolton formuliert wurde. Trump hat nie an diese Politik des langfristigen Aufenthalts in Syrien geglaubt."

Joshua Landis, der das Zentrum für den Nahen Osten an der Oklahoma-Universität in den USA leitet fügte hinzu:

Erdogans Eskalation und der jüngste Telefonanruf scheinen die US-Regierung gespalten zu haben. Wir werden sehen müssen, ob die Anti-Iran-Falken den Präsidenten in dieser Angelegenheit zum Zurückrudern zwingen können oder nicht."

"Die Logik eines militärischen Aufenthalts in Syrien ist sehr schwach. Die USA sind von Feinden umgeben, die entschlossen sind, sie aus Syrien zu vertreiben, und die USA haben keine einzige benachbarte Regierung als Verbündeten für ihre Syrienpolitik", kritisierte Landis.

Die USA haben rund 2.000 Soldaten in Syrien stationiert. Laut türkischen Informationen unterhält die US-Armee mindestens 15 Militärbasen in Syrien. Bislang setzten die USA ihr Gewicht am Boden ein, um Präsident Baschar al-Assad vergeblich zur Abdankung zu zwingen. Außerdem soll Russland überredet werden, den Iran, Israels Erzfeind, aus Syrien herauszudrängen.

Der Fokus von US-Präsident Trump auf innenpolitische Erfolge könnten sich zusätzlich auf die Entscheidung zur geopolitischen Neuordnung in Syrien ausgewirkt haben. Er verkündete auf Twitter:

Wir haben ISIS in Syrien besiegt, mein einziger Grund, während der Trump-Präsidentschaft dort zu sein."

Die Entscheidung, wenn sie bestätigt wird, würde die Annahmen über eine längerfristige US-Militärpräsenz in Syrien, für die sich der US-Verteidigungsminister Jim Mattis und andere hochrangige US-Militärbeamte eingesetzt hatten, aufheben. Mattis argumentierte, dass die USA sicherstellen müssten, dass der IS auf lange Zeit geschwächt bleibt.

Trump hatte sich zuvor im April bereit erklärt, US-Truppen aus Syrien abzuziehen, aber es wurden keine konkreten Schritte unternommen.

"Ich will hier raus. Ich will unsere Truppen wieder nach Hause bringen", sagte Trump Anfang April auf einer multilateralen Pressekonferenz mit Staatsvertrtetern aus Lettland, Litauen und Estland.

Der Bericht, in dem behauptet wird, dass die USA den Abzug ihrer Truppen aus Syrien in Betracht ziehen, kam fast eine Woche nach der Ankündigung des türkischen Präsidenten Präsident Recep Tayyip Erdoğan, dass die Türkei in wenigen Tagen eine grenzüberschreitende Operation durchführen wird, um Gebiete zu befreien, die von der YPG-Miliz gehalten werden.

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