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Fall Khashoggi: Abgehörter Anruf nach dem Mord deutet auf saudischen Kronprinzen als Drahtzieher hin

Fall Khashoggi: Abgehörter Anruf nach dem Mord deutet auf saudischen Kronprinzen als Drahtzieher hin
In Istanbul fand am 11. November eine Gedenkveranstaltung für den ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi statt. Derweil gerät der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman als mutmaßlicher Drahtzieher des Mordes immer mehr unter Druck.
Spekulationen über eine Verwicklung von Mohammed bin Salman in den Mord an Jamal Khashoggi gab es von Anfang an. Nun sorgt ein abgehörtes Telefonat des Mordkommandos für erneuten Wirbel und könnte die Dynastie Saud noch stärker in Bedrängnis bringen.

Mohammed bin Salman hat stets jegliche persönliche Verantwortung für oder Schuld an der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul von sich geschoben. Obwohl ein solcher Mord – das Mordkommando, die Vertuschungsaktion, die orchestrierte diplomatische Initiative – auf eine von ganz oben sanktionierte Operation hindeutet, fehlte bisher der letzte Beweis bezüglich der wahren Drahtzieher. Obwohl schon seit Wochen darüber berichtet wurde, dass es eine Audioaufnahme gebe, die den Mord in all seinen schrecklichen Details beweisen soll, war über den Inhalt der Aufnahme nur sehr wenig bekannt.

Finstere Schatten liegen nicht erst seit dem Fall Khashoggi über Saudi-Arabien und dessen mörderischen Aktivitäten – und sie liegen nicht nur über Saudi-Arabien, sondern über dem

CIA-Direktorin Gina Haspel reiste Ende Oktober in die Türkei, um sich dieses Band anzuhören und anschließend US-Präsident Donald Trump darüber zu informieren. Auch hier wurde nicht bekannt, was genau sie zu sehen oder hören bekam, außer dass es "überzeugend" gewesen sei. Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am vergangenen Samstag bestätigte, dass sein Land das Beweismaterial den Saudis, den US-Amerikanern, Briten, Franzosen und Deutschen gezeigt hatte, berichtet nun die New York Times, dass sich drei Personen gemeldet hätten, die Zugang zu diesen Aufnahmen hatten. Obwohl die Aussagen dieser nicht namentlich genannten Personen nicht zweifelsfrei Mohammed bin Salman als Auftraggeber des Mordes identifizieren können, so deuten zumindest einige Hinweise darauf hin.

Auf der Audioaufnahme kann man einen Mann hören, der sich nach dem Mord telefonisch bei seinem Vorgesetzten meldet und ihm mitteilt: "Sag es deinem Boss." Der Anrufer wurde als Mahir Abdulaziz Mutrib identifiziert, den man bereits im Vorfeld auch auf den Überwachungskameras des Konsulats sehen konnte. Mutrib hat den Rang eines Generalmajors und gehörte zum engsten Sicherheitsteam des Kronprinzen. Er begleitete ihn auch bei Besuchen im Ausland, zuletzt im April nach Frankreich. Wenn also Mutrib jemanden in Saudi-Arabien nach dem Mord anruft und ihm sagt, "sag es deinem Boss", so deutet das zumindest darauf hin, dass Kronprinz Mohammed bin Salman damit gemeint ist. Der in Dubai ansässige und von Saudi-Arabien kontrollierte Nachrichtensender Al-Arabiya bezeichnete das Killerkommando als "Touristen".

Während dieser Hinweis aus der Audioaufnahme natürlich nicht den ultimativen Beweis für bin Salmans Verantwortung darbringt, bewertet es der ehemalige CIA-Agent und jetzige Mitarbeiter der Brookings Institution Bruce Riedel als durchaus überzeugend:

Ein Telefongespräch wie dieses kommt einem eindeutigen Beweis so nahe, wie es nur geht.

Die nächsten Wochen werden zeigen, was die USA nun mit diesen Angaben machen werden, über die Gina Haspel schon seit drei Wochen verfügt. Donald Trump hat zumindest rhetorisch immer wieder betont, dass die Saudis deswegen zur Verantwortung gezogen würden. Abgesehen von einigen schwammigen Maßnahmen wie Einreiseverbote für 21 verdächtigte Saudis ist bisher aber nichts geschehen. Die Kongresswahlen der vergangenen Woche und die daraus resultierende Mehrheit der Demokraten im Senat könnten den Impuls für eine härtere Gangart gegenüber Saudi-Arabien geben.

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