Noch vor neuen US-Sanktionen: Rekordverfall der iranischen Währung im Stundentakt

Noch vor neuen US-Sanktionen: Rekordverfall der iranischen Währung im Stundentakt
Symbolbild: Wechselstube in Teheran, Iran, 2. Dezember 2014.
Seit April hat die Währung des Iran die Hälfte an Wert verloren. Ein US-Dollar kostete am Sonntag rund 112.000 Rial, ein Rekordtief in der iranischen Wirtschaftsgeschichte. Händler sind alarmiert. Am 7. August werden neue Sanktionen gegen den Iran Inkrafttreten.

Der offizielle Kurs der iranischen Regierung liegt bei rund 44.070 Rial für einen US-Dollar. Auf iranischen Basaren wurde am Sonntag dagegen ein Dollar für 112.000 Rial gehandelt. Am Samstag waren es noch 98.000 Rial als Gegenwert für einen Dollar. Der Verfall der iranischen Währung schreitet stündlich voran. Die iranische Regierung sucht nach Wegen aus der Krise und denkt daran, digitale Währungen einzuführen. 

Die Händler auf den Basaren protestieren, da die Kaufkraft der Iraner schwindet. Diejenigen, die es sich leisten können, ziehen ihre Geldeinlagen bei den iranischen Banken ab und investieren in Gold oder Immobilien. Gegen den Dollarmangel im Land wurden Gesetze erlassen, welche die Ausfuhr von US-Dollars begrenzen. Goldmünzen wurden, laut der Nachrichtenagentur Tasnim, am Sonntag im Umfang von 45 Millionen Rial gehandelt. 

Die Regierung in Washington stellt den Iran als Feindbild und Terrorunterstützer dar. Im Mai erklärte US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der USA aus dem im Jahr 2015 geschlossenen Nuklearabkommen mit dem Iran. Seither ringen die verbliebenen Unterzeichnerstaaten um den Erhalt des Abkommens. 

Einen Verstoß gegen die Auflagen des "Joint Comprehensive Plan of Action" konnte die Internationale Atomenergieaufsichtsbehörde IAEA nicht feststellen. Israel will angeblich Beweise haben, dass gerade dieses Abkommen der iranischen Regierung den Weg zur Atombombe bereitet habe und Teheran unbeirrt an seinem Atomwaffenprogramm arbeitete. 

Iran will die USA wegen des Handelsverbots für handgewebte Teppiche verklagen 

Gegen US-Sanktionen, die den Handel mit handgewebten Teppichen aus dem Iran verbieten, will der Iran nach Angaben von Press TV klagen. Ferestheh Dastpak, Leiter des nationalen iranischen Teppichzentrums:

(Donald Trump) hat fälschlicherweise das Kunstgewerbe, welches ein Symbol der Kultur und des geistigen Eigentums der Iraner ist, sanktioniert. Laut internationaler Abkommen kann nicht sanktioniert werden, was einer ganzen Nation gehört. 

Neben den Teppichen entzog das amerikanische Handelsministerium auch die Lizenz zur Einfuhr von iranischen Lebensmittelprodukten, wie Pistazien und Kaviar. Ab 7. August sollen die neuen Sanktionen gegen den Iran inkrafttreten. Diese werden den Erwerb von US-Dollar durch die Regierung Teherans erschweren und auch den Handel mit Gold und Edelmetallen für das Land einschränken. Am 4. November folgen weitere Sanktionen, welche auf die Schifffahrtsindustrie, den Ölhandel, die petrochemische Industrie und den Energiesektor abzielen. 

Die iranische Zentralbank sieht die "Feinde" des Landes als die Schuldigen für den Wertverfall der iranischen Währung. In einer Erklärung der Zentralbank des Iran hieß es: 

Die jüngsten Entwicklungen an den Devisen- und Goldmärkten sind weitgehend auf eine Verschwörung von Feinden zurückzuführen, die darauf abzielt, wirtschaftliche Probleme zu verschärfen und die Öffentlichkeit zu beunruhigen. 

Der Direktor der Zentralbank Valiollah Seif wurde entlassen. Ihm wird eine Mitschuld für die Abwertung des Rial angelastet. 29 Personen wurden im Zuge illegaler Devisengeschäfte verhaftet und sollen in den nächsten Tagen angeklagt werden. Die Anschuldigungen gegen sie lauten "Verbreitung von Korruption in der Welt".  

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