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Alte Freundschaft lebt wieder auf: Al-Nusra kooperiert mit Hamas bei Terrorplanungen

Alte Freundschaft lebt wieder auf: Al-Nusra kooperiert mit Hamas bei Terrorplanungen
Hamas-Mitglied in Nablus, 2003. Bild: Abed Omar Qusini/Reuters
Bereits vor Osama bin Ladens Tod hatten Al-Kaida und die Hamas enge Verbindungen unterhalten. Später standen der Irak und Syrien stärker im Fokus. Nun plant der Al-Kaida-Ableger al-Nusra offenbar, wieder an die alten Zeiten anzuknüpfen und Israel anzuvisieren.

In Syrien befindet sich die islamisch-extremistische al-Nusra-Front seit Jahren auf dem Rückzug. Ähnlich wie die terroristische Konkurrenz vom "Islamischen Staat" (IS) scheinen die Dschihadisten deshalb nun ihr Operationsgebiet in die Breite und dabei auch in andere Staaten verlagern zu wollen.

Ein neues Zielgebiet dürfte auch Israel sein. Mit der Hamas in den Palästinensergebieten scheint man einen ebenso kongenialen wie erfahrenen Partner gefunden zu haben. Die jüngst eingebrachte Anklage gegen den mutmaßlichen Terroristen Mutassem Salem, über die das Internetportal Ynet berichtet, spricht von sehr weit fortgeschrittenen Formen der Kooperation.

Die Anklage gegen Salem lautet, dieser habe von einem al-Nusra-Aktivisten in Syrien einen zweckgebundenen Geldbetrag von 100.000 US-Dollar angenommen. Mithilfe dieser finanziellen Mittel plante er offenbar Anschläge in Jerusalem, Tel Aviv-Jaffa und einer jüdischen Siedlung in den umstrittenen Gebieten westlich des Jordans. Außerdem plante er zusammen mit Komplizen Sprengfallen gegen Soldaten der Israelischen Streitkräfte (IDF).

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Der 35-jährige Mutassem Salem war der mutmaßliche Chef einer in Nablus ansässigen Hamas-Zelle. Zusammen mit seinem mutmaßlichen Komplizen Fares Zawidi (33) soll er mit der Beschaffung und Produktion von Bomben und der Rekrutierung neuer Mitglieder betraut gewesen sein. Beide sollen von dem al-Nusra-Akteur in Syrien kontrolliert und mit Anweisungen versorgt worden sein. Ein Anschlagsplan soll beinhaltet haben, Soldaten mittels eines kleineren Sprengsatzes an den Ort der Detonation zu locken, um nach deren Eintreffen einen versteckten großen Sprengsatz zu zünden.

Mitglieder der Zelle mussten erst noch einen Chemielehrer auftreiben

Das Al-Nusra-Mitglied soll dem Angeklagten eine Liste übermittelt haben, auf der jene Chemikalien aufgeführt waren, die für die Herstellung der Bombe gebraucht worden sein sollen. Gegen Zawidi wird die Anklage noch vorbereitet.

Salem soll, nachdem das Geld und die Liste angekommen waren, einen weiteren Aktivisten des Terrornetzwerks kontaktiert und ihn gegen die Übergabe eines Geldbetrages davon überzeugt haben, ihm bei der Vorbereitung der Bombe zu helfen. Der Angeklagte soll daraufhin in mehreren Apotheken in Nablus insgesamt 40 Liter Wasserstoffperoxid und 20 Liter Aceton erworben haben. Dazu sollen zehn Liter einer Säure gekommen sein, die der Angeklagte in einem Handel für Autobatterien erworben habe.

Da sich die zu diesem Zeitpunkt bereits eingeweihten Aktivisten nicht in der Lage zeigten, die Materialien in der gewünschten Weise aufzubereiten, soll Salem einen Chemielehrer akquiriert haben, der sich bereit erklärt haben soll, zu helfen. In einem leerstehenden Gebäude in Nablus soll die Zelle in weiterer Folge versucht haben, die Sprengkörper zusammenzubauen. Im Internet habe man nach weiteren Informationen gesucht und mittels der Weitergabe von USB-Sticks versucht, der Überwachung durch den israelischen Geheimdienst zu entgehen.

Uneinigkeit über Anschlagsziel

Der Anklage zufolge soll es Salem vorerst auch gelungen sein, in Ost-Jerusalem einen Freiwilligen zu finden, der sich bereit erklärt habe, als Selbstmordbomber zu fungieren. Um selbst keinen Verdacht auf sich zu lenken, soll er einen Dritten beauftragt haben, die Koordination der Aktivitäten mit dem Freiwilligen zu übernehmen.

Symbolbild: Eine Frau, die von einem angeblichen Gasangriff auf die Stadt Telminnes getroffen wurde, wird am 21. April 2014 in das Krankenhaus Bab al-Hawa, Syrien, gebracht.

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Die Zelle soll in weiterer Folge auch noch einen weiteren Selbstmordattentäter rekrutiert sowie zwei Maschinengewehre des Typs M-16 mit dem Ziel erworben haben, diese bei weiteren Anschlägen zu verwenden. In der Frage, wo die Anschläge stattfinden sollten, wurden sich die Mitglieder der Zelle jedoch offenbar nicht einig. Während eine Gruppe in Tel Aviv-Jaffa oder Jerusalem zuschlagen wollte, wollte eine andere eine jüdische Siedlung im Westjordanland ins Visier nehmen.

Der al-Nusra-Aktivist blieb die ganze Zeit über in den Fortgang der Planungen eingeweiht und gab von Syrien aus Anweisungen. Er sagte den Beteiligten zu, jedem von ihnen 5.000 US-Dollar zu senden, um weitere 25 Kilogramm Sprengstoff und 300 Liter Salpetersäure zu beschaffen.

Am Ende zählte die Zelle fast 20 Mitglieder 

Inmitten der Terrorplanungen bekam jedoch der designierte Selbstmordattentäter aus Ost-Jerusalem kalte Füße und entschloss sich zum Ausstieg. Dadurch fühlte sich der Rest der Zelle unter Druck und wollte den Bombenanschlag so bald wie möglich ausführen. Dem geänderten Plan zufolge sollte die Sprengfalle gegen Soldaten in der Nähe der Siedlung Itamar gelegt werden, die bereits 2002 und 2011 zum Ziel blutiger Terrorangriffe gegen dort ansässige Familien geworden war. Dem Geheimdienst Schin Bet gelang es jedoch, von den Planungen Wind zu bekommen und die Zelle zu zerschlagen, der am Ende fast 20 Personen angehört haben sollen.

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Zwar sind die aktiven Verbindungen zwischen Hamas und al-Nusra noch jüngeren Datums, deren Dachorganisation al-Qaida hatte jedoch bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit Hamas kooperiert. Im Januar 2003 verhafteten etwa deutsche Sicherheitsbeamte den Hamas-Verbindungsmann Mohammed Ali Hassan al-Moayad auf der Basis von FBI-Ermittlungsergebnissen, die diesen mit beiden dschihadistischen Terrororganisationen in Verbindung brachten. Insgesamt soll er Osama bin Laden und weiteren Führern von al-Qaida und der Hamas mehr als 20 Millionen US-Dollar zukommen haben lassen.

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