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FSA-Kommandeur: US-Waffen in Syrien gingen an Dschihadisten

FSA-Kommandeur: US-Waffen in Syrien gingen an Dschihadisten
Ein Soldat der syrischen Armee zeigt eine Flagge der al-Nusra-Front, die in Aleppo erbeutet wurde.
Ein Kommandeur der syrischen Rebellen hat in einem Interview über die US-Bemühungen gesprochen, eine Oppositionsmacht gegen Präsident Assad aufzubauen. Waffenlieferungen der USA seien Islamisten in die Hände gefallen oder würden auf dem Schwarzmarkt gehandelt.

Major Anas Ibrahim Obaid, der in Syrien auf der Seite der Rebellen kämpft, erzählte in einem Skype-Interview mit Fox News, wie Waffen und Ausrüstung aus den USA in die Hand der Dschihadisten kamen. Die Übergabe markierte das Ende des desaströsen US-amerikanischen "Train and Equip"-Programms, in dessen Rahmen moderate Rebellen in Syrien für 500 Millionen US-Dollar ausgebildet werden sollten.

Giftiges Monophosphan, das in einem zuvor von militanten Islamisten gehaltenen Gebäude in Ost-Aleppo im November 2016 gefunden wurde.

Obaid, der auch unter dem nom de guerre Abu Zaid in Syien kämpft, setzte sich mit seinen Soldaten von den US-gestützten Rebellen ab, als die erhofften Erfolge im Kampf gegen Assad auslieben. Die Fahrt nach West-Aleppo führte durch Dschihadisten-Gebiet.

"Ich kommunizierte mit [...] al-Nusra, damit sie mich und meine Soldaten zwei Stunden lang von Nord-Aleppo nach West-Aleppo begleiten, um uns zu schützen", sagte Abu Zaid. "Dafür gab ich ihnen fünf Pick-ups und Munition."

Sein Bericht über die Erfahrungen mit dem amerikanischen Programm klingt an vielen Stellen haarsträubend. Die Planung und Durchführung des "Train and Equip"-Programms war mehr als mangelhaft. Abu Zaid desertierte 2012 von der Syrisch-Arabischen Armee. 2015 wurde er nach einigen oberflächlichen Fragen über seine Einstellung zum IS in die Türkei zur Ausbildung geschickt. Im Juni 2015 wurden 54 Kämpfer über die Grenze geschickt, nur um augenblicklich von Truppen der al-Nusra-Front überfallen zu werden. Die Dschihadisten raubten die von der US-Armee gestellten Waffen und kidnappten einige Kämpfer.

Die US-Kommandeure befahlen einen zweiten Versuch. Sie "wollten, dass wir wegen des Hinterhalts ohne Waffen nach Syrien gehen, und sagten, wir könnten die Waffen stattdessen dort bekommen. Das war verrückt", erinnert sich Abu Zaid. "Wir haben abgelehnt."

Unter falscher Flagge

Schließlich bekamen die Rebellen neue Waffen. Doch beim erneuten Grenzübertritt fanden die türkischen Grenzer Fahnen der Regierungstruppen statt der Flaggen der Opposition. Die US-Kommandeure hatten sich vergriffen. Die Rebellen mussten erneut zurückkehren.

Nach der erfolgreichen Entsendung nach Syrien sank die Moral der Truppe schnell, auch aufgrund des geringen Solds von 250 Dollar. Die ursprünglich 72 Mann starke Truppe schrumpfte auf 25. An dieser Stelle beschloss Abu Zaid, in die Heimat zurückzukehren und die sichere Durchfahrt mit US-Ausrüstung zu erkaufen.

Im Interview zeigte Abu Zaid angebliche Bilder aus seinem Arsenal, auf welchen Maschinenpistolen, Maschinengewehre und Mörsergranaten zu sehen sind. In seinem Besitz befänden sich weitere Waffen US-amerikanischen Ursprungs.

FSA-Kommandeur: US-Waffen in Syrien gingen an Dschihadisten

Abu Zaid sagte, das Pentagon habe das Programm ungefähr einen Monat nach seinem Abkommen mit al-Nusra beendet. "Ich habe viele Nachrichten bekommen, dass die Amerikaner nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Aber sie können ihre Waffen nicht zurückbekommen", prahlte er.

Anderes Programm, gleicher Fehler

Die CIA leitete unter dem Decknamen "Timber Sycamore" schon im Jahr 2012 weitere Operationen in die Wege. Ausgangspunkte waren die Türkei und Jordanien. Zuerst wurden leichte Waffen geliefert, aber erst, als die CIA und Saudi-Arabien panzerbrechende Raketen lieferten, erzielten die Rebellengruppen gewisse Erfolge. Das Programm verschlang eine Milliarde US-Dollar.

Der Vormarsch der Rebellen nutze aber nicht unwesentlich der radikalen al-Nusra dabei, eigene Gebiete zu erobern, da die Dschihadisten oft Seite an Seite mit den sogenannten moderaten Rebellen kämpften. Auch dieses Programm hatte den katastrophalen Effekt, dass es statt der Abwehr islamistischer Gruppen letztlich Waffenlieferungen an dieselben zur Folge hatte. In einem Fall plündeten jordanische Geheimdienstoffiziere das Depot der CIA, um die Waffen auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Das Programm wurde im Juli 2017 beendet.

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