Irans Außenminister: Weder Saudi-Arabien noch Iran können Vorherrschaft in der Golfregion erzielen

Irans Außenminister: Weder Saudi-Arabien noch Iran können Vorherrschaft in der Golfregion erzielen
Der iranische Außenminister Dschawad Sarif, New York, USA, 29. April 2015.
Irans Außenminister Sarif appellierte am Montag an die Diplomatie. Es sei wichtig, dass die Länder am Persischen Golf miteinander und nicht übereinander sprechen und keine Hegemonie anstrebten. Ein neues Dialog-Forum soll stattdessen Verständigung schaffen.

Im Anschluss an die Konferenz der Arabischen Liga, welche Saudi-Arabien dazu genutzt hatte, um mögliche Bündnispartner gegen den Iran zu werben, äußerte sich der iranische Außenminister Dschawad Sarif zu der derzeitigen Situation. Die Nachbarn, speziell Saudi-Arabien, so beklagte er, versuchten den Eindruck zu erwecken, "dass wir eine existenzielle Bedrohung für sie sind". 

Stattdessen gäbe es eine dringende Notwendigkeit für den Wandel in der Region um den Persischen Golf, so Sarif

In einem Versuch, der Stärkste in der Region zu sein, uns gegenseitig von der Region auszuschließen, haben wir es geschafft, die Region zu zerstören. [...] Iran ist [für den Dialog] bereit, weil wir groß genug, alt genug und reif genug sind, um diese Realität zu schätzen. [...] Wir brauchen eine starke Region, müssen aber nicht die Stärksten in der Gegend sein. 

Frank Walter Steinmeier, Federica Mogherini und Dschawad Sarif nach den erfolgreichen Gesprächen zum JCPOA, Lausanne, Schweiz, 2. April 2015.

Bereits der Name des Golfs ist heftig umstritten

Keines der Länder könnte tatsächlich zu einer neuen Vormacht werden, so Sarif. Er forderte ein neues Dialogforum für die Länder am Persischen Golf ein. Tatsächlich führt bereits die Bezeichnung Persischer Golf selbst seit den 1960er Jahren zu Streitigkeiten. Mit steigendem Nationalismus begann die arabische Seite den Strom als "Arab Gulf" zu benennen. Auf der einen Seite des Gewässers liegt iranisches Gebiet, auf der anderen liegen der Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. 

Sarif verwies auch auf das Wettrennen im Bereich der Aufrüstung. Saudi-Arabien hat erst jüngst ein Waffengeschäft in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar mit den USA abgeschlossen. Andere Nachbarländer ziehen nach und streben Waffen-Geschäfte mit den USA an, "um miteinander zu konkurrieren, mehr Waffen zu kaufen, um Unterstützung und Hilfe gegen den anderen Nachbarn zu bekommen, der auch für Millionen in der Region kauft". Sicherheit könne man sich jedoch nicht erkaufen, so Sarif. 

USA hätten "keinen Nutzen aus dem Waffenverkauf"

Ein Forum zum Dialog, wie Sarif es sich vorstellt, sollte Bahrain, Iran, Irak, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und wahrscheinlich auch den Jemen umfassen. Für die USA brächten die Unsummen an Waffenverkäufen keine Vorteile: 

Am Ende des Tages sind die Kosten für die Vereinigten Staaten viel höher als die Profite, die durch die Waffenverkäufe erzielt werden.