"Giftgas in Duma": Aussagen eines Teilnehmers im "Beweisvideo" sprechen für Fälschung (Video)

"Giftgas in Duma": Aussagen eines Teilnehmers im "Beweisvideo" sprechen für Fälschung (Video)
Bei einem der Videos, die einen Giftgasangriff auf die syrische Stadt Duma belegen sollen, handelt es sich offenbar um eine Fälschung. Nachdem bereits Mitarbeiter der örtlichen Klinik darauf hinwiesen, sagte nun ein Junge aus, der in dem Video "mitspielt".

Panik, Angst, schreiende Erwachsende und verängstigte Kinder: Szenen aus einem Video, das nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff am 7. April in der syrischen Stadt Duma in der örtlichen Klinik gedreht wurde. Das von der oppositionellen Gruppe "Duma Revolution" veröffentlichte Video gilt als Beweis für einen Chemiewaffeneinsatz seitens der syrischen Armee. Doch nun gibt es weitere Hinweise, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Symbolbild, Syrer in den Trümmern von Duma, Ost-Ghuta, Syrien, 19. April 2018

In den Aufnahmen ist auch der 11-jährige Hassan Diab zu sehen. Darin wird er von angeblichen Rettungskräften mit Wasser übergossen. Ein Mann besprüht ihn mit einem Asthmaspray. Das russische Medienunternehmen WGTRK konnte den Jungen ausfindig machen. Seine Aussage deckt sich nicht mit dem, was das Video angeblich zeigt: die Folgen eines Giftgaseinsatzes.

Hassan erklärt, dass er sich zusammen mit seiner Mutter ohne Nahrung im Keller befunden habe, als sie von draußen Lärm vernommen hätten:

Jemand schrie, wir müssten ins Krankenhaus, also gingen wir hin. Als ich hereinkam, packten mich einige Leute und begannen, mir Wasser über den Kopf zu gießen.

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Hassan wurde schließlich von seinem Vater Omar gefunden, der sagte, er habe an diesem Tag nichts von einem Chemiewaffenangriff mitbekommen:

Ich ging ins Krankenhaus, ging nach oben und fand meine Frau und meine Kinder. Ich fragte sie, was passiert war, und sie sagten, die Leute draußen schrien etwas über einen Geruch und sagten ihnen, sie sollten ins Krankenhaus gehen. Im Krankenhaus gaben sie den Kindern Datteln und Kekse.

Weiter schildert der Vater, wie er von den Islamisten geschlagen und gezwungen worden sei, ihnen zu dienen. Bereits zuvor hatten verschiedene Mitarbeiter der Klinik ausgesagt, dass das Video zwar dort gedreht worden sei, es sich aber um eine Inszenierung der Aufständischen gehandelt habe. 

Der Junge stimmte zu, im Austausch für Nahrung seine Rolle zu spielen. Dann wurde das Video über den ganzen Globus verbreitet und wurde zum 'Beweis', der als Vorwand für die Luftangriffe auf Syrien durch die USA, Großbritannien und Frankreich diente", so die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Moskau will das Video dem UN-Sicherheitsrat auf seiner nächsten Sitzung präsentieren.

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