Die fünf wichtigsten Fakten zu den US-Angriffen auf Syrien

Die fünf wichtigsten Fakten zu den US-Angriffen auf Syrien
Ein britischer Tornado-Kampfjet auf einem Stützpunkt in Zypern vor seinem Einsatz gegen Syrien.
Die USA, Großbritannien und Frankreich haben mehrere Ziele in Syrien bombardiert. Als Begründung diente ein mutmaßlicher Giftgasanschlag am vergangenen Wochenende. RT Deutsch hat die wichtigsten Fakten zu dem Angriff zusammengestellt.

Washington genehmigte am Samstagmorgen sogenannte Präzisionsschläge gegen Syrien. Auch das britische und französische Militär beteiligte sich an den Bombenangriffen. Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump den Angriff ankündigte, erschienen erste Berichte über Explosionen in Damaskus.

Syrische Luftverteidigungseinheiten beeilten sich, die Luftinvasion zu vereiteln. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge konnten sie 71 von 103 Raketen abfangen.

Französisches Militär

Welche Ziele haben die USA ins Visier genommen?

Einer der Angriffe richtete sich gegen ein wissenschaftliches Zentrum in Barzeh in der Nähe von Damaskus, die nach Angaben der US-Koalition an der Herstellung von chemischen und biologischen Waffen beteiligt war. Die syrische Regierung sagte dagegen, der US-Angriff habe ein Bildungszentrum und wissenschaftliche Labors zerstört.

Das britische Verteidigungsministerium erklärte, vier Raketen seien auf eine ehemalige syrische Raketenbasis 15 Meilen westlich von Homs gezielt worden. Das Ministerium behauptete, dass die syrische Regierung auf dem Gelände einen Vorrat an Chemiewaffenkomponenten lagere.

Zwölf Marschflugkörper zielten nach Angaben des russischen Militärs auf die Ad-Dumair-Luftwaffenbasis östlich von Damaskus. Die Syrer benutzten sowjetische Flugabwehrsysteme und konnten eigenen Angaben zufolge alle Raketen erfolgreich abfangen.

Welche Waffen wurden eingesetzt?

Die USA gaben nicht an, welche Waffen sie bei den Luftanschlägen einsetzten. Für die Bombardierung der syrischen Luftwaffenbasis Shayrat im letzten Jahr nutzten sie Tomahawk-Marschflugkörper. US-Verteidigungsminister James Mattis erklärte, dass beim aktuellen Angriff mehr als doppelt so viele Waffen abgefeuert wurden wie beim letzten Angriff im April 2017.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die USA und ihre beiden Verbündeten Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe einsetzen, um über 100 Marschflugkörper und Luft-Boden-Raketen auf syrische Zivil- und Militäreinrichtungen abzufeuern. Die Angriffe führten zwei US-Schiffen durch, die sich im Roten Meer befinden. Das Ministerium fügte hinzu, dass die US-Koalition auch strategische Bomber eingesetzt und taktische Luftunterstützung im Luftraum über dem Mittelmeer organisiert habe.

Ein Kampfjet der britischen Luftwaffe landet nach seinem Einsatz gegen Syrien auf einer Basis in Zypern.

Twitter, Facebook & Co. als Begründung für die Militärintervention

Der Zeitpunkt des amerikanisch-britisch-französischen Angriffs ist bemerkenswert. Nur wenige Stunden zuvor wollten die Experten der UN-Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) am Samstag den Damaszener Vorort Duma besuchen, um festzustellen, ob dort letzte Woche chemische Waffen eingesetzt wurden.

Bei der Ankündigung der Angriffe erklärte das Weiße Haus, es habe eine große Sammlung an "verlässlicher Informationen" sowie "Social-Media-Nutzern, Nichtregierungsorganisationen und anderen Open-Source-Outlets", die die Schuld der syrische Regierung an den mutmaßlichen Duma-Angriff belegen würden. Washington verwies auch auf die fragwürdigen Behauptungen, dass "das syrische Regime wiederholt chemische Waffen eingesetzt hat, um seinen Mangel an militärischer Stärke auszugleichen".

Zuvor hatte das US-Außenministerium behauptet, Beweise dafür zu haben, dass die syrische Regierung hinter dem angeblichen Chemiewaffenangriff in Duma steckt. Es weigerte sich jedoch, den Geheimdienst zu nennen, der über diese Informationen verfüge, da "vieles davon an dieser Stelle geheim" sei. Moskau wies die Behauptungen wiederholt zurück und sagte, dass der Angriff mit chemischen Waffen eine Inszenierung sei. Das russische Militär warnte in den vergangenen Monaten weiderholt vor einer "Provokation" mit chemischen Waffen, die von syrischen Aufständischen geplant sei.

Wie haben die Syrer reagiert?

Die syrische Luftverteidigung hat eigenen Angaben zufolge alles getan, um das Land zu schützen. Im Internet kursieren Aufnahmen, die syrische Boden-Luft-Raketen zeigen, die auf den Angriff reagieren. Das russische Militär erklärte, dass die syrischen Luftverteidigungseinheiten 71 von 103 Marschflugkörpern, die die USA und ihre Verbündeten auf Syrien abfeuerten, abgeschossen hätten.

Damaskus verurteilte den Militärangriff scharf und sagte, dass das Land sich niemals den Angriffen des Westens auf seine Souveränität beugen werde. Syriens UN-Gesandter Baschar Dschaafari warf den USA, Großbritannien und Frankreich einen eklatanten Verstoß gegen die UN-Charta vor.

Ich möchte hier klarstellen, dass die Geschichte dieser drei Staaten auf Lügen und fabrizierten Geschichten aufbaut, um Kriege zu führen, um Staaten zu besetzen, ihre Ressourcen zu beschlagnahmen und ihre Regierungen mit Gewalt zu stürzen", erklärte er.

Russland warnt vor Konsequenzen

Während keine der von den USA und ihren Verbündeten abgeschossenen Marschflugkörper die russischen Luftverteidigungszonen erreichte, löste der Angriff in Moskau Empörung aus.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, die US-geführten Luftangriffe hätten ein vom Krieg verwüstetes Land getroffen, "das seit vielen Jahren versucht, die terroristische Aggression zu überstehen". In einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung verglich sie die Invasion mit dem Beginn des Irakkrieges 2003, der auf erlogenen Behauptungen basierte, der Irak entwickle Massenvernichtungswaffen.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass die russischen Streitkräfte ihre in Syrien stationierten Luftverteidigungssysteme nicht zum Einsatz gebracht hätten.

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