Iranischer Vertreter droht: "Wir werden Tel Aviv dem Erdboden gleichmachen"

Iranischer Vertreter droht: "Wir werden Tel Aviv dem Erdboden gleichmachen"
In der am Mittelmeer gelegenen israelischen Großstadt Tel Aviv-Jaffa leben rund 440.000 Menschen.
Seine Wortwahl hätte kaum kriegerischer ausfallen können: Der iranische Politiker und Vorsitzende des Schlichtungsrates, Mohsen Rezai, droht Israel damit, Tel Aviv dem Erdboden gleichzumachen, sollte Israel "unkluge Schritte" gegen den Iran einleiten.

Der Ton zwischen Israel und Iran wird immer rauer. Erst am vergangenen Wochenende warnte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu auf der Münchner Sicherheitskonferenz den Iran, nicht "die Entschlossenheit Israels" zu testen, nachdem die Israelischen Streitkräfte eine Woche zuvor eine mutmaßlich iranische Drohne über israelischem Territorium abgeschossen hatten. Der israelische Ministerpräsident verkündete zudem die Bereitschaft seines Landes, gegen die iranische Präsenz in Syrien militärisch vorzugehen.

Ein altes Militärfahrzeug auf der israelischen Seite der Grenze zu Syrien, in der Nähe des Drusen-Dorfes Majdal Shams in den israelisch besetzten Golanhöhen.

Wir werden ohne zu zögern handeln, um uns zu verteidigen. Und wenn nötig werden wir nicht nur gegen die Stellvertreter Irans vorgehen, sondern auch gegen den Iran selbst", so Netanjahu.

Irans Außenminister Dschawad Sarif bezeichnete anschließend Netanjahus Auftritt, bei dem der Ministerpräsident nach eigener Aussage ein Trümmerteil der abgeschossenen iranischen Drohne präsentierte, als einen "albernen Zirkus".

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Wesentlich schärfer fiel die Reaktion des konservativen Politikers Mohsen Rezai aus, der einst die iranischen Revolutionsgarden befehligte und nun Vorsitzender des Schlichtungsrates ist. Gegenüber dem libanesischen Sender Al-Manar sagte er laut der iranischen Agentur Fars News:

Zu den törichten Worten Netanjahus möchte ich sagen, dass wir Tel Aviv dem Erdboden gleichmachen und Netanjahu keine Gelegenheit zur Flucht geben werden, sollte Israel auch nur den geringsten unklugen Schritt gegen den Iran unternehmen.

Israel und die USA seien sich der "Stärke des Widerstands" nicht bewusst und erlitten daher "ständig eine Niederlage". Beide Länder fürchteten laut Rezai "den Zusammenbruch des zionistischen Regimes und den Niedergang der USA".

In ihrem vor einer Woche herausgegebenen jährlichen Bericht zur weltweiten Bedrohungslage bezeichnen die US-Geheimdienste das persische Land als den "bedeutendsten staatlichen Sponsor des Terrorismus". Der Vorwurf bezieht sich vor allem auf Teherans Unterstützung für die libanesische Hisbollah. Das israelfeindliche Bündnis aus Syrien, Iran und der schiitischen Miliz wird in der iranischen Politik auch als "Widerstand" beziehungsweise "Achse des Widerstands" bezeichnet. 

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