Israel: Korruptionsvorwürfe gegen Vertraute von Netanjahu - Sieben Personen verhaftet

Israel: Korruptionsvorwürfe gegen Vertraute von Netanjahu - Sieben Personen verhaftet
Bild aus Videoaufnahme Netanjahus, 7. Mai 2017.
Die israelische Polizei meint, die Beweise gegen Premier Netanjahu reichten für eine Anklage aus. Nun muss die Staatsanwaltschaft entscheiden. Netanjahu spricht von einer Schmutzkampagne. Am Sonntag wurden sieben Personen aus seinem Umfeld verhaftet.

Die Polizei nennt die Akte zu den Verhaftungen vom Sonntag "Fall 4.000". Personen aus dem Umfeld des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu sollen bei Aufsichtsbehörden versucht haben, Vorteile für Bezeq, ein israelisches Kommunikationsunternehmen, zu erlangen. Im Gegenzug soll das Kommunikationsunternehmen versprochen haben, Netanjahu und seine Frau positiv darzustellen. Helfen sollte dem Ansinnen, dass bereits zu diesem Zeitpunkt ein Freund Netanjahus den Chefsessel innegehabt hatte. Dieser sollte bei Kritikern innerhalb des Unternehmens seinen Einfluss geltend machen. 

Es geht um den Zeitraum 2014 bis 2017. In dieser Zeit war Netanjahu nicht nur Premierminister, sondern auch Kommunikationsminister.

Münchner Sicherheitskonferenz

Netanjahu ausdrücklich nicht als Verdächtiger genannt

Die Namen der jüngst Verhafteten wurden noch nicht bekannt gegeben. Die israelische Presse berichtete, unter den Verhafteten befänden sich Nir Hefetz, ein enger Freund Netanjahus und ehemaliger Kommunikationsdirektor, sowie Schlomo Filber, ein Kollege Netanjahus, der als Generaldirektor des Kommunikationsministeriums tätig war. 

Auch der israelische Premierminister soll im "Fall 4.000" verhört werden. Er wurde jedoch ausdrücklich nicht als Verdächtiger genannt. Sein Verhör werde "unter Vorsicht" stattfinden.

Journalist Amnon Abramovich äußerte sich am Freitag im israelischen Fernsehen: 

Dies ist der stärkste Fall aller Fälle, mit dem höchsten Explosiv-Material. 

Kern der Tatvorwürfe?

Auch Netanjahus Frau Sara könnte involviert gewesen sein und versucht haben, die Inhalte der Bezeq-Webseiten zu beeinflussen. Der Fall erinnert an den "Fall 2.000", in welchem ein Zeitungsherausgeber Netanjahu angeboten haben soll, seiner Zeitung Vorteile zu verschaffen, damit er im Gegenzug bei der Berichterstattung in einem positiven Licht dargestellt wird. Im so genannten "Fall 3.000", in welchem es um einen U-Boot Handel mit Deutschland geht, weist Netanjahu ebenfalls alle Schuld von sich. Im "Fall 4.000" soll Netanjahu in seiner Doppelfunktion als Ministerpräsident und Kommunikationsminister das öffentliche Interesse verraten haben.

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