Flug 7K9268: US-Infrarotsatellit legt Explosion an Bord als Absturzursache im Sinai nahe

 Flug 7K9268: US-Infrarotsatellit legt Explosion an Bord als Absturzursache im Sinai nahe
Kurz bevor das russisches Passagierflugzeug 7K9268 in der ägyptischen Sinai-Region zu Boden ging, soll ein US-amerikanischer Infrarot-Satellit in der unmittelbaren Umgebung der Absturzstelle einen Hitzeblitz erfasst haben. Dies würde den Spekulationen, wonach es an Bord eine Explosion gegeben haben soll, neue Nahrung geben. Auch die Verletzungen der zu Tode gekommenen Passagiere sollen auf eine solche Explosion hindeuten.

US-Geheimdienste gehen nun davon aus, dass entweder ein Treibstofftank oder eine Bombe die Quelle der Hitzesignatur sein könnte, berichtete NBC News. Derselbe Satellit ermöglichte es zuvor, einen Abschuss durch eine vom Boden aus abgefeuerte Rakete als Absturzursache auszuschließen, da in diesem Fall eine Hitzespur, die vom Antrieb einer solche Rakete herrühren würde, feststellbar gewesen sein müsste. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, erklärte die Geheimdienstquelle des Senders.

Allerdings müsse der Hitzeblitz auch nicht zwingend etwas mit dem Unfall zu tun haben, erklärte ein Regierungsbeamte des Pentagons gegenüber ABC News. Die Sinai-Halbinsel sei eine "volatile Gegend", in der es regelmäßig militärische Aktivitäten gäbe.

Unterdessen gehen in der Russischen Föderation die Untersuchungen zum folgenschwersten Unglück der russischen Luftfahrtgeschichte weiter, das am 31. Oktober 224 Menschenleben gekostet hatte. Es sei zu zeitig, um gesicherte Angaben über die Ursache des Unglücks zu machen, heißt es von Seiten russischer Beamter. Es könne derzeit noch keine Version ausgeschlossen werden.

Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass der Airbus 321 auf seinem Flug von Sharm el-Sheikh nach St. Petersburg in einer Flughöhe von mehr als 10.000 Metern einen schweren Schaden erlitten hatte und die Mannschaft keine Kontrolle mehr über den Sinkflug hatte. Rettungskräfte fanden 12 große Teile des Flugzeugrumpfes an der Absturzstelle, die zeigen, wie schwer die Maschine zum Zeitpunkt des Vorfalles beschädigt war.

„Es ist eine Menge an Arbeit erforderlich, um die Trümmer der Maschine und die Daten des Flugschreibers zu studieren“, erklärte der Vorsitzende der russischen Luftfahrtbehörde, Alexandr Neradko, gegenüber dem Fernsehsender Rossija 24. „Die Trümmer sind über ein großes Gebiet verteilt, was darauf hindeutet, dass das Flugzeug bereits in einer großen Flughöhe auseinanderbrach. Es ist jedoch noch verfrüht, über eine Ursache zu spekulieren.“

Vonseiten Kogalymavias, dem Eigentümer des Flugzeuges und Verwender des Markennamens Metrojet, wird darauf verwiesen, dass weder menschliches Versagen noch ein technischer Defekt die Ursache des Unfalls wären. Man gehe von einer „externen Kraft“ aus, die das Unglück herbeigeführt hätte. Die russischen Behörden erklärten jedoch, es sei noch zu früh, um diese Auffassung zu bestätigen.

Am Tag des Absturzes hatte eine extremistische Gruppe, die mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ verbündet ist, erklärt, man hätte das russische Flugzeug mit einer Rakete abgeschossen. Sowohl russische als auch ägyptische Behörden hatten jedoch deutlich gemacht, dass diese Behauptungen unglaubwürdig wären, da sich die Terroristen nicht im Besitz von Boden-Luft-Raketen befänden, die über eine ausreichend große Reichweite verfügen würden, um hoch in der Luft fliegende Passagiermaschinen treffen zu können.