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Autoverkäufe in China sinken zum ersten Mal seit fast 30 Jahren

Autoverkäufe in China sinken zum ersten Mal seit fast 30 Jahren
Während fast alle Autohersteller 2018 einen Rückgang bei Verkäufen in China hinnehmen mussten, läuft es für die deutschen Nobelmarken weiterhin rund.
Der Wirtschaftskrieg zwischen China und den USA zeigt offensichtlich Wirkung: Zum ersten Mal seit 1990 sinkt die Zahl von Neuwagenverkäufen in China. Für die chinesische Gewerkschaft der Automobilhersteller steht fest, wer oder was für diesen Rückgang verantwortlich ist: "internationale Gründe".

Im Jahr 2018 sind laut der China Passenger Car Association (CPCA) insgesamt 22,7 Millionen Neuwagen in China verkauft worden. Zum Vergleich: In den USA wurden im selben Zeitraum 17,2 Millionen Fahrzeuge (PKWs und Pickups) verkauft, in Deutschland 3,44 Millionen. Jahrelang konnte die Automobilindustrie riesige Gewinne im bevölkerungsreichsten Land der Erde abschöpfen, wo die Zahlen seit zwanzig Jahren nur in eine Richtung zeigten: nach oben.

Im Februar 2018 war die Aufregung in Stuttgart und Berlin groß. Bei Daimler war quasi über Nacht ein Konkurrent aus China eingestiegen. Der chinesische Autokonzern Geely kaufte einen Anteil von 9,69 Prozent und wurde damit auf einen Schlag größter Anteilseigner des Dax-Konzerns.

Doch im vergangenen Jahr 2018 musste die erfolgsverwöhnte Branche zum ersten Mal seit 1990 eine neue Erfahrung machen: dass es nämlich auch mal in die andere Richtung gehen kann. Obwohl die 22,7 Millionen verkauften Neuwagen verglichen mit anderen Ländern immer noch eine stolze Nummer sind, waren die Verkäufe um sechs Prozent rückläufig. Die chinesische Gewerkschaft der Automobilhersteller (CAAM) begründete diesen Rückgang mit der Verlangsamung des allgemeinen Wirtschaftswachstums des Landes, welches im selben Jahr "nur" noch 6,5 Prozent betrug und somit unter den Erwartungen und Prognosen der Regierung in Peking lag. Allerdings machte die Gewerkschaft den Wirtschaftskrieg mit den USA für die Verlangsamung des Wachstums und somit auch für den Rückgang bei den Fahrzeugverkäufen verantwortlich.

Von diesem Rückgang betroffen sind fast alle ausländischen Automobilhersteller, die in China aktiv sind. Auch der chinesische Hersteller Geely, der zugleich auch Eigentümer von Volvo und dem malaysischen Produzenten Proton ist, konnte seine Ziele trotz Verkaufsplus von 20 Prozent nicht erreichen. Insbesondere der Dezember bremste mit einem Minus von 44 Prozent gegenüber dem Vormonat die Erwartungen aus.

Eine große Ausnahme in diesem Abwartstrend bildeten die deutschen Autohersteller. Trotz schwächelnder Konjunktur und Wirtschaftskrieg mit den USA bleiben Mercedes, BMW, Audi und Porsche die absoluten Statussymbole für die wachsende obere Mittelschicht in China. Lediglich der größte Autobauer der Welt, der Wolfsburger Volkswagenkonzern, stellte die Ausnahme von der Ausnahme dar. Mit einem Rückgang von fast zehn Prozent musste VW einen derben Dämpfer auf einem der wichtigsten Märkte hinnehmen. Auch sonst war es kein gutes Jahr für den Konzern, die Verkäufe fielen weltweit um 6,2 Prozent auf 516.900 Fahrzeuge. Außer in Brasilien und Russland. Da konnte VW "positive Impulse" verzeichnen, was angesichts der gegenwärtig schlechten diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Moskau nicht einer gewissen Ironie entbehrt.

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