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Weil die Bevölkerungszahl abnimmt: Japan verschenkt Häuser

Weil die Bevölkerungszahl abnimmt: Japan verschenkt Häuser
Ein leeres Haus im Bezirk Sennari in Sakura, Präfektur Chiba, Japan.
Die japanische Bevölkerung altert, ihre Anzahl sinkt. Das führt unter anderem zu immer mehr leerstehenden Häusern. Um des Problems Herr zu werden, greifen japanische Behörden zu ungewöhnlichen Maßnahmen.

Es klingt wie eine gute Nachricht, doch dahinter verbirgt sich eine dramatische Geschichte: Japanische Behörden verschenken zum Teil ganze Häuser. Es geht dabei jedoch weniger um soziale Wohltaten als vielmehr um eine Reaktion auf das "Aussterben" der Bevölkerung. "Japan sieht sich in den nächsten drei Jahrzehnten mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der demografischen Entwicklung konfrontiert", so Rajiv Biswas, Chefökonom für den asiatisch-pazifischen Raum des börsennotierten Daten- und Informationsunternehmens IHS Markit.

Verlassene Immobilien in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt gehören zu den am wenigsten diskutierten Nebenwirkungen des demografischen Wandels des Landes. Doch durch die Tatsache, dass Häuser immer wieder zu Spottpreisen, teils sogar kostenlos, auf Immobilienwebseiten angeboten werden, rückt das Problem zunehmend in den Fokus.

Bei den Webseiten handelt es sich um sogenannte "Akiya Banks". Akiya ist der japanische Begriff für leerstehende Wohnungen. Viele dieser Online-Angebote werden von regionalen Regierungen und Gemeinden eingerichtet, um das Angebot und die Nachfrage nach dem wachsenden Bestand an leeren Häusern in ihren jeweiligen Städten besser zu steuern.

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Auf einer Website finden sich sogar mehrere kostenlose Häuser. Der Käufer muss nur Steuern und Maklergebühren zahlen. "Dies liegt in der Regel daran, dass sich die Eigentümer nicht mehr um die Immobilie kümmern können oder die in Japan geltende Grundsteuer für ein Haus, das sie nicht nutzen, nicht zahlen wollen", erklärt die Immobilienseite REthink Tokyo. Auch die Immobilien sind in der Regel umfangreich zu renovieren, da sie alt und heruntergekommen sind. Aber einige regionale Regierungen – wie die der Präfekturen Tochigi und Nagano – bieten sogar Zuschüsse für Renovierungsarbeiten für die Häuser an.

Für leerstehende Immobilien, die nicht kostenlos sind, können die Preise je nach Lage, Alter und Zustand des Hauses zwischen 500.000 japanischen Yen (ungefähr 3.900 Euro) und fast 20 Millionen Yen (ungefähr 155.000 Euro) liegen, so eine von dem US-amerikanischen Sender CNBC veröffentlichte Liste. In ganz Japan lag die Zahl der leerstehenden Wohnungen 2013 bei 8,1 Millionen, was rund 13,52 Prozent des gesamten Wohnungsbestands des Landes entspricht, so die jüngsten Daten des Ministeriums für Inneres und Kommunikation.

Die Zahlen für 2013 waren höher als die 7,5 Millionen leeren Häuser von 2008, die laut den Daten etwa 13,14 Prozent der gesamten japanischen Haushalte in diesem Jahr ausmachten. Bis 2033 wird der Anteil der leerstehenden Wohnungen in Japan laut dem Fujitsu Research Institute voraussichtlich auf über 20 Prozent steigen. Japans leerstehende Häuser befinden sich weitgehend in ländlichen Städten, aber das Phänomen hat sich mittlerweile auch in die Vororten und größeren Städten ausgebreitet, so verschiedene Medienberichte wie zum Beispiel in der Japan Times.

In Tokio lag der Anteil der leerstehenden Wohnungen im Jahr 2013 bei 11,1 Prozent – laut offizieller Statistik eine der niedrigsten im Land. Aber diese Zahl wird voraussichtlich bis 2033 auf über 20 Prozent steigen, erklärte das Fujitsu Research Institute. "Selbst wenn man die Zahl der neuen Wohnungen halbiert und die Zahl der abgerissenen Wohnungen verdoppelt, wird es kaum möglich sein, die Leerstände zu senken. Leerstandsquartiere werden in Zukunft zweifellos zu einem schwerwiegenderen Thema", so das Institut in einem Bericht.

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